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Michael PfuisiMaterial

Foto: Tihomir Vorkapic

Von null auf hundert war das selbsterklärte Ziel letzten Herbst. Denn nach langer Radl-Zwangspause war meine Fitness praktisch nicht vorhanden und das musste sich ändern.


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Wieso, weshalb, warum?

Der Winter ist vorbei. Das bedeutet für mich primär, dass ich nicht mehr soviel allein radln muss. Bei Schnee weichen meine üblichen Spetzl nämlich meist auf Ski aus. Aufgrund des Grazer Winters und relativ wenigen Skitagen meinerseits habe ich aber ziemlich viel Zeit am Enduro und Rennrad verbracht. Zugegeben waren da auch einige Einheiten auf der Walze im Schlafzimmer dabei (bitte keinen Hate dafür). Meine Fitness zu Winterbeginn war nämlich so schlecht wie schon sehr lange nicht mehr, da ich davor knapp ein halbes Jahr verletzungsbedingt nach einem Sturz aufs Biken verzichten musste. Anscheinend baut Kondition ebenfalls so schnell ab wie Muskelmasse selbst und als ich wieder aufs Radl durfte, war mein Puls auch schon bei den kleinsten Anstiegen auf 180. Da musste sich also was verändern und das Ziel, so schnell wie möglich wieder fit zu werden, wurde anvisiert.

Als alter Bausparer und recherchebereiter Möchtegern-Fitnesstrainer, habe ich mir über den Winter dann selbst einen Trainingsplan zusammengestellt. In fünf Monaten gleich fit, wenn nicht sogar fitter als das Jahr zuvor zu sein, war der Vorsatz. Nach stundenlangem Videos schauen, Artikel und Studien lesen, war mir das aber schon wieder zu blöd und die Bequemlichkeit setzte sich durch. Als Grundbaustein nahm ich einen Trainingsplan von Garmin her. Dieser ist individuell anpassbar, was verfügbare Zeit pro Woche, Trainingsziel, Ausrüstung und Enddatum des Plans angeht.

Begonnen habe ich damit ca. Anfang November. Wenn möglich machte ich das meiste am Enduro und draußen. Hin und wieder wechselte ich aber wegen Witterung und mangelnder Zeit auf die Walze daheim.

Als im Jänner eine Kooperation mit Garmin dann zustande kam, war ich natürlich begeistert und hab mich sofort dafür zur Verfügung gestellt. Die Produkte kannte und nutzte ich bereits und war doch recht großer Fan ihres Angebots. So wurden mir für die Saison 2024 einige Garmin Geräte zugeschickt, die mir helfen sollten, mein Training besser zu strukturieren und mehr Insights in dieses zu bekommen.


Die Hardware

Nach einigen Schwierigkeiten auf dem Postweg kam das Pakerl schlussendlich doch bei mir an. Der Inhalt war wirklich kein schlechter. Eine Uhr, Radlcomputer, Pulsgurt und sogar ein Paar Wattpedale. Auf die Modelle gehe ich natürlich noch genauer ein. Das alles löste meine bisherige, doch schon in die Jahre gekommene Garmin-Ausrüstung ab, was ehrlich gesagt auch bitter nötig war. Seit gut über einem Monat habe ich die Produkte nun im Einsatz und kann einige erste Eindrücke und Erfahrungswerte teilen.


Garmin Instinct 2 Solar

Bei der besagten Uhr handelt es sich um die Garmin Instinct 2 Solar. Das heißt, sie lädt sich bei Sonnenschein selbst auf. Praktisch wenn man dazu veranlagt ist, Akkus zu laden zu vergessen, aber auch wenn man die Prozent nie unter 40 lässt, so wie ich. Bei der Größe des Gehäuses habe ich mich für das mittlere (45mm) entschieden und farblich für ein schlichtes Schwarz. Fürs Radlfahrn verwende ich die Uhr kaum, lediglich wenn ich unterwegs bin und/oder ein Radl teste, kommt sie auch dafür zum Einsatz. Abseits davon trage ich die Instinct 2 aber praktisch durchgehend. Neu für mich dabei war, dass sie im Gegensatz zu meiner vorherigen Uhr auch noch Trainingsbereitschaft und empfohlene Erholungszeit aus einer Anzahl an Faktoren heraus berechnet. Anfangs waren diese Werte meiner Meinung nach noch inakkurat, mittlerweile spiegeln sie aber mein Gefühl meist wider und haben sich offenbar auf mich angepasst.


Garmin Edge 840 Solar & HRM-Pro Plus

Das zweite Gerät ist der Garmin Edge 840. Wieder mit solar und sogar Touch-Funktion (den haben wir in diesem Artikel schon mal vorgestellt). Dazu auch noch den HRM-Pro Plus Pulsgurt. Fürs Radlfahrn verwende ich immer einen Pulsgurt, da dieser genauer misst als eine Uhr am Handgelenk. Gepaart mit dem Edge gibt mir das alle Werte, die mich beim Mountainbiken interessieren. Besonders praktisch ist für mich die Option Karten und Routen auf das Gerät laden zu können. Besonders wenn ich unterwegs bin und mich nicht auskenne, kann ich geplante Touren von komoot oder auch Trailforks einfach aufs Edge laden und muss nicht an jeder Wegkreuzung mein Handy aus der Tasche holen. Und da ich auch noch ein bisserl ein Data-Guy bin, taugts mir extrem während, aber vor allem nach, einer Ausfahrt die Statistiken durchzuschauen. Dafür ist der Radlcomputer dann natürlich ideal.

Damit find‘ sogar ich einmal den Weg.

Garmin Rally RS200

Die wohl wertvollste Komponente auf meinem Rennradl.

Zu guter Letzt die Wattpedale. Dabei handelt es sich um die Garmin Rally RS200 für SPD-SL Schuhplatten. Dem Kenner wird natürlich auffallen, dass das fürs Endurofahrn ein doch sehr unüblicher Cleat-Typ ist und dem kann ich nur recht geben. Deswegen verwende ich die Pedale auch nur auf meinem Rennrad. Das hat mehrere Gründe. Der erste wäre, dass Garmin zwar SPD Pedale fürs Mountainbike anbietet, diese aber für den Enduro und Traileinsatz aufgrund der Plattformgröße und Design eher ungeeignet sind. Der zweite Grund ist, dass ich einen sehr großen Teil meines Trainings ohnehin auf dem Rennradl absolvier und mich dort die Leistungswerte auch mehr interessieren als am Mountainbike. Davor hatte ich noch nie einen Leistungsmesser am Renner und es ist immer noch faszinierend wie groß der Unterschied zwischen gefühlter und tatsächlicher Leistung ist.

Diese Geräte von Garmin habe ich nun die komplette Saison 2024 zur Verfügung und diese werden mich auch beim Training durchgehend begleiten. Doch die beste Hardware ist ohne die passende Software nutzlos, deswegen möchte ich noch ganz kurz die Garmin Connect App vorstellen.


Die Software

Die meisten werden mit der Anwendung ohnehin vertraut sein. Punkte auf die ich hier aber kurz genauer eingehen möchte, sind Trainingsplan und eigene Trainings erstellen. Denn das ist noch ein relativ unbekanntes, aber feines Feature. Im Rennradsport und Laufen finden Garmin Trainingspläne schon ziemlich viel Anklang, beim Mountainbiken kaum. Wie bereits erwähnt, bin ich einem solchen den Winter über (großteils) gefolgt, um von praktisch 0 wieder fit zu werden. Und dafür ist dieser ideal. Die verschiedenen Auswahlmöglichkeiten lassen zu, dass ein wirklich jeder einen passenden Plan bekommt, der praktischerweise direkt auf Uhr oder Radcomputer geladen wird und Schritt für Schritt erklärt und abgearbeitet wird. Für alle, die sich einen solchen aber lieber selbst zusammenstellen, gibt es auch diese Option. Und gleich wie bei einem vorbereiteten Workout, wird man auch durch diese mithilfe von Uhr oder Edge geführt.

Auf den ersten Blick sieht man die „wichtigsten“ Werte

Status quo

Bisher war es eher theoretisch und trocken. Dieser Artikel dient aber in erster Weise auch nur einmal zum Kennenlernen der Produkte, meiner Ziele und was ich damit vorhabe. Meine Fitness aktuell würde ich als ziemlich gut beschreiben, auch wenn ich noch nicht ganz an dem Punkt bin, an dem ich gerne wäre. Aber das geht natürlich auch nicht in einer so kurzen Zeit. Das erste Rennen der Saison ist auch schon vorbei und im Gegensatz zu vielen Events davor, war die Erschöpfung danach kaum nennenswert (war auch eine Trailpartie). Das kommende Wochenende, beim ersten richtigen Rennen dieses Jahr in Slowenien, schaut das Ganze wahrscheinlich aber schon anders aus.

Das erste „Rennen“ der Saison ist vorbei. -Foto: Vihomir Vorkapic

Ich werde die Saison also weiter trainieren, ganz nach Empfehlungen und Richtwerten meiner Garmin-Geräte und euch natürlich auf dem Laufenden halten. Nächstes Mal dann auch mit mehr Insights vom Radlfahrn selbst. Versprochen;)

Über den Author

Michael Pfuisi

Noch recht frisch in der Bike-Szene, aber schon vollkommen von diesem Enduro-Virus befallen. Das zeigt seine Trailpartie-Süchtelei inkl. Prolog-Erfolgen. Die Grazer Trails sind sein Heimrevier, das er immer öfter für Stages mit Zeitnehmung verlässt.

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