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MTB Weltcup 2018 Graz & Maribor

UCI-Komissär Beat Wabel bei der Begehung der möglichen Strecke.

 

Update, 01.02.2017

Die UCI hat Ende Jänner den Weltcup-Kalender für 2018 veröffentlicht. Weder Graz/Maribor noch Obertraun wurden darin berücksichtigt. Ob die Ambitionen der beiden österreichischen Bewerber in einer erneuten Bewerbung münden, lässt sich noch nicht sagen. Wir drücken trotzdem die Daumen, dass es demnächst klappt. // Gravity Kalender 2018


Vorgeschichte

18. Juli. Die Seite “Büro des Bürgermeisters” veröffentlicht ein Facebook-Video, in dem der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl und sein Kollege aus Maribor Andrej Fištravec verkünden, dass sich Graz und Maribor gemeinsam um einen Mountainbike-Europacup bewerben. Links, Infos oder genauere Details gibt’s nicht. Die Szene ist erfreut aufgeschreckt.

21. August. Die Stadtwochenzeitung “der Grazer” berichtet auf der Titelseite: “Graz will die Mountainbike-WM”. Im Innenteil wird man konkreter: Cross Country in Graz, Downhill in Maribor.

 

Weltcup

Wir haben uns mit Werner Madlencnik, der treibenden Kraft hinter dem Projekt und ehemaliger Organisator der legendären Weltcup-Rennen in Schladming unterhalten und sind um einiges schlauer: Es wird weder ein Europacup noch eine WM, die man da nach Graz und Maribor holen will, sondern ein Weltcup-Wochenende. 2018 will man den Großevent austragen, die Bewerbung ging letzten Freitag, 26. August, nach Lausanne an die UCI. Jetzt heißt es Abwarten und Tee trinken. Im Oktober rechnet man mit einer Entscheidung.

 

Attraktive Rennen

Damit die Chancen für einen Zuschlag möglichst gut stehen, hat man sich einiges überlegt. Für den Downhill soll die allseits beliebte “World Cup” am Pohorje in Maribor belebt werden. Viel mehr bleibt da dem ehemaligen Leiter des Bikeparks Iztok Kvasfür ein spannendes Rennen eh nicht zu tun, wie die Weltcup-Austragungen bis 2010 gezeigt haben.

Video Downhill Weltcup Maribor 2009 – Top 5


Für Graz legt man sich streckentechnisch kräftig ins Zeug. Der XCO-Bewerb sollen nicht wie man vielleicht vermuten könnten auf den für die Jugend-EM und viele weitere Ereignisse genutzten Strecken in Stattegg (nahe dem Schöckl) ausgetragen werden, sondern direkt in der Stadt – in Eggenberg. Thomas Rajakovics, Sprecher des Grazer Bürgermeisters, Werner Madlencnik und Fabienne Schachner (OK-Team Maribor/Graz) haben sich ein besonderes Areal ausgeschaut, dass sie vor wenigen Wochen mit den UCI-Kommissären Beat Wabel abschritten. Start und Ziel sind direkt beim ASKÖ-Stadion geplant, die Technical Zone soll direkt vorm Schloss Eggenberg sein und das Weltcup-Zentrum darin. Die Strecke selbst, welche im Falle einer Zusage gebaut wird, soll hinter dem Schloss Richtung Plabutsch führen – mit einem permanent nutzbaren Teil für alle Mountainbiker.

Von links nach rechts: Bürgermeistersprecher Thomas Rajakovics, Fabienne Schachner (OK Maribor/Graz) und UCI-Komissär Beat Wabel.

Zwei Bewerbungen

Dieser Tage ist bei der UCI neben Graz noch eine zweite Bewerbung aus Österreich für einen XCO-Weltcup 2018 eingetrudelt. Obertraun, der geplante Austragungsort, ging den umgekehrten Weg von Graz und baute zuerst die Strecke, bevor man die Bewerbung formulierte. Heuer wurden auf dem kompakten Rundkurs im Bundessport- und Freizeitzentrum (BSFZ) Obertraun bereits die Staatsmeistertitel im Cross Country ermittelt, im September findet noch ein UCI C1-Rennen statt. Von Konkurrenzdenken ist man trotz der gleichzeitigen Bewerbung weit entfernt. Vielmehr sieht man in Graz die eigene Bewerbung wie den “Europa Grand Prix” in der Formel 1 am Nürburgring und Obertraun als nationales Rennen à la Hockenheim. Und da haben es ja schließlich auch beide Events aus einem Land in den Weltcup-Kalender geschafft.

 

Das Schloss Eggenberg wäre definitiv eine spektakuläre Kulisse für ein XCO-Weltcup-Rennen.

 

Christoph Berger-Schauer

Christoph Berger-Schauer

Dicke Schlappen, schmale Reifen, bergauf, bergab – ist für alles zu begeistern, nur flach darf es nicht sein. Unbekehrbarer Fahrrad-Afficionado, seit einiger Zeit vom Enduro-Virus befallen. Schreibt nieder, was andere nicht in Worte fassen können.