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Enduro World Series Startplatz

Foto (c) Rick Schubert

 

Die Enduro World Series ist das allerhöchste an Rennlevel, das die Disziplin zu bieten hat. Im Gegensatz zu Formel 1 oder auch Downhill, hat sie sich aber eine sympathische Eigenschaft bewahrt: man kann als komplette Hobbette gegen seine Idole antreten. Wie man an einen Startplatz neben Sam Hill und Richie Rude kommt, erklären wir hier.

 

Schritt 1: Kalender checken

Das allerwichtigste: rechtzeitig Urlaub beantragen. Bekommt man keinen Startplatz, kann man sich immer noch mit Motorsäge und Lenker-Felgen-Kombi als Fan an den Streckenrand stellen. Viel bitterer wär’, wenn man den Zuschlag bekommt, der Chef aber den Urlaub nicht genehmigt. Folgende Daten (vielleicht nicht gleich alle) wären in den Urlaubsantrag zu übertragen:

  • 24./25. März 2018 | Lo Barnechea, Chile
  • 31. März/1. April 2018 | Manizales, Kolumbien
  • 12./13. Mai 2018 | Olargues – Montagnes du Caroux, Frankreich
  • 30. Juni/1. Juli 2018 | Petzen – Jamnica, Österreich/Slowenien
  • 21./22. Juli 2018 | La Thuile, Italien
  • 12. August 2018 | Whistler, Kanada
  • 22./23. September 2018 | Ainsa – Sobrarbe, Spanien
  • 29./30. September 2018 | Finale Ligure, Italien

 


Schritt 2: Hoffen auf eine gute Welle

In den Anfangsjahren glich das Ergattern von EWS-Startplätzen dem Kauf von Metallica-Konzert-Tickets: Kaum waren sie verfügbar, war der Server überlastet und sobald der wieder ging, war alles ausverkauft. Deshalb führte die Enduro World Series eine Startplatz-Lotterie ein. Gemeinsam mit den Wildcards stellt die Lotterie die erste von drei Wellen zur Startplatzvergabe dar. Die Lotterie wird am 7. Dezember um 00:01 Uhr UTC (also 01:01 Uhr unserer Zeit) auf www.enduroworldseries.com geöffnet und schließt nach genau 48 Stunden am 8. Dezember um 23:59 Uhr UTC. Jeder – wirklich jeder – kann sich in dieser Zeit für einen möglichen Startplatz bei einem oder mehreren der oben genannten Rennen registrieren. Das funktioniert auch für mehrere Leute – wenn man zum Beispiel nur mit einem Freund starten möchte. Unsere Erfahrungen haben aber gezeigt, dass man tendenziell eher zum Zug kommt, wenn man sich als Einzelperson registriert. Am 11. Dezember wird man informiert, wenn die persönliche Glücksfee erfolgreich war.

Wildcards

Auf diese sollte man als Hobbyist nicht hoffen. Weltweit gibt es 20 davon. Also heiße acht Stück mehr als von der blauen Mauritius. Innerhalb der Lotterie werden Wildcards an jene Fahrer vergeben, die besonderes Potenzial, besonderen Einsatz oder sonstige besondere Merkmale aufweisen. Also genau das Gegenteil eines Ottonormalbikers sind. Über die Vergabe der Wildcards entscheide das EMBA Board.


Schritt 3: Einladung, bitte!

Dieser Schritt ist nur für EWS Teams und Fahrer auf der Reserved List relevant. Nachdem ein Kontingent an Startplätzen in der Lotterie vergeben wurde, werden in der zweiten Welle die Fahrer der EWS Teams und Fahrer auf der Reserved List persönlich eingeladen. Beides ist für den durchschnittlichen Hobby-Endurist nicht in Reichweite – lesen kann man es aber trotzdem.

Reserved List

Für die Reserved List braucht man zwei Sachen: eine EMBA-Mitgliedschaft (ACHTUNG: das ist keine UCI-Mitgliedschaft) und einen flotten Fahrstil am Radl. Auf die Reserved List kommen

  • EWS Ranking 2017: die 100 besten Männer, die 25 besten Frauen, die 5 besten Masters und die 5 besten U21 Männer und Frauen
  • EWS Events 2017: die schnellsten 3 Masters, U21 Männer und U21 Frauen aller EWS Rennen des vergangenen Jahres
  • EWS Qualifier Series 2017: die 100 besten Männer, die 40 besten Frauen, die 30 besten Masters und die 40 besten U21 Frauen und Männer
  • EWS Qualifier Events 2017: die Gewinner aller EWS Qualifier Rennen in den Kategorien Männer, Frauen, Masters, U21 Männer und U21 Frauen

Schritt 4: Letzte Chance

Mit der Lotterie über die Bühne, die Wildcards rar und die EWS Team- und Reserved List-Plätze quasi unerreichbar wird’s schön langsam eng mit dem ganz persönlichen Jared Graves-Erlebnis. Eine letzte Chance gibt’s aber noch. Sind die Team- und Reserved List-Plätze vergeben, bleiben meist noch ein paar Startnummern frei. Diese werden am 22. Jänner 2018 auf den Markt geworfen. In der Vergangenheit war’s so, dass diejenigen per Mail informiert wurden, die bei der Lotterie durch die Fingern schauten. Wenn’s im Posteingang klingelt, muss man aber schnell sein. Jetzt zählt nämlich wieder das altbekannte First come, first serve-Prinzip.


Schritt 5: Lizenz

Es hat geklappt? Gratulation. Damit ist der größte Schritt geschafft. Ungefähr so wie der Aufnahmetest zum Studium. Ab jetzt ist alles Genuss. Nur auf eines darf man nicht vergessen: die Lizenz. Sonst steht man am Rennwochenende vor einem Kommissär der den Kopf verdächtig oft von links nach rechts bewegt. Für die folgende EWS-Rennen ist eine gültige Lizenz (hier geht’s zum ÖRV-Lizenzantrag 2018) notwendig:

  • #2, Manizales, Kolumbien: gültige UCI-Lizenz oder einmalige Event-Lizenz vor Ort (Kosten: noch ungeklärt)
  • #3, Orlagues, Frankreich: gültige UCI-Lizenz oder einmalige Event-Lizenz vor Ort (Kosten: noch ungeklärt; ACHTUNG: ärztliches Attest erforderlich)
  • #4, Petzen – Jamnica, Österreich/Slowenien: gültige UCI-Lizenz oder einmalige Event-Lizenz vor Ort (Kosten: 10 Euro)
  • #5, La Thuile, Italien: gültige UCI-Lizenz. Keine Event-Lizenz.
  • #7, Ainsa, Spanien: gültige UCI-Lizenz oder einmalige Event-Lizenz vor Ort (Kosten: noch ungeklärt)
  • #8, Finale Ligure, Italien: gültige UCI-Lizenz. Keine Event-Lizenz.

Schritt 6: Plan B

Alle vier Schritte oben befolgt und trotzdem leer ausgegangen? Das passiert den Besten (oder zumindest den Zweitbesten). Es gibt aber einen Plan B, der für Gelegenheitsracer vielleicht sogar erstrebenswerter ist: die EWS Challenger Races. Ausgewählte Enduro World Series-Stopps bieten sogenannte Challenger Events an. Die bestehen aus nur einem Renntag (Freitag oder Samstag vor dem EWS-Rennen), haben etwas entspanntere Regeln, keine fixen Startzeiten und bieten eine Selektion der EWS-Stages. Welche Stopps Challenger Races anbieten, das wird noch geklärt. Die Anmeldung dafür öffnet am 29. Jänner 2018 um 10:00 Uhr unserer Zeit (First come, first serve!).

 

Viel Glück! Foto (c) Claus Wachsmann

 

Christoph Berger-Schauer

Christoph Berger-Schauer

Dicke Schlappen, schmale Reifen, bergauf, bergab – ist für alles zu begeistern, nur flach darf es nicht sein. Unbekehrbarer Fahrrad-Afficionado, seit einiger Zeit vom Enduro-Virus befallen. Schreibt nieder, was andere nicht in Worte fassen können.