Foto: Thomas Vogl
Lina Frener und Kevin Maderegger sind als Titelträger der Downhill ÖM 2026 hervorgegangen.
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Update, 29.6.2026
Im Bikepark Serfaus-Fiss-Ladis ging am Wochenende die Post ab. Schauplatz für die Titelkämpfe war der Hill Bill-Trail. Keine klassische Downhill-Strecke, aber definitiv ÖM-würdig. Der Kurs war eng, beinhaltete einige Schlüsselstellen und Passagen mit verschiedenen Linien. Durch die Bank waar der Speed hoch. Mangels Niederschlag waren Training und Seeding richtig staubig, wenig Grip vorhanden und viele nahmen Bodenproben. Vali Höll und Andreas Kolb, die allergrößten Favoriten auf die Titel, winkten im Vorfeld ab. Ein bisserl Erholung zwischen den Weltcups sei ihnen gegönnt. Dadurch stand die Tür offen und der Kreis der Titelanwärter war ein breiter.
Staubiger Seeding
Einer, den wir ganz oben auf der Liste hatten, legte sich leider im Seeding Run ab: Kilian Schnöller, der aAGS-Sieger in Serfaus vom letzten Jahr. Gute Besserung an dieser Stelle. Dafür zeigte einer, den wir ehrlicherweise nicht ganz oben auf der Rechnung hatten, auf: Noah Hofmann gewann den Seeding Run mit 2,5 Sekunden Vorsprung auf Kevin Maderegger und mit 5 auf Oliver Vogl. Bei den Damen dominierte Emma Bindhammer zwar die Elite Frauen-Kategorie, doch Lina Frener fuhr als Juniorin in einer eigenen Liga. Bei den Junioren setzte sich Diego Zraunig mit über 3 Sekunden Vorsprung in einer komfortable Ausgangssituation.



Hundertstel-Finale
Über Nacht kam ein Gewitter, wusch den Staub von den Wurzeln und sorgte für perfekte Bedingungen zum Finale. So perfekt, dass die Zeiten merklich nach unten wanderten und einige Fahrer*innen die Reihenfolge aus dem Seedng Run auf den Kopf stellten. So wendeten Niclas Maag (Amateure Herren), Sara Scholz (U15 female), Anton Zierl (U17 male) und Benjamin Kowald (Junioren) das Blatt und holten sich die Klassensiege. Karolina Purnoch (U13 female), Daniel Schlosser (U13 male), Felix Holzknecht (U15 male), Lynn Maria Berger (U17 female) und Jörg Neuhart (Herren Masters) schafften es die P1 aus dem Seeding im Finale zu halten.
Besonders spannend wurde es bei der Wertung der schnellsten Dame und des schnellsten Herren, aka Staatsmeister*in. Lina Frener zimmert mit 44 Sekunden Vorsprung in der Juniorinnen-Klasse ins Ziel. Ob das allerdings genug war, dafür musste sie etwas warten, denn ihre direkte Konkurrentin um den Titel kam in der Elite Frauen-Kategorie. Als Emma Bindhammer im Ziel abbremste, war’s dann offiziell: Nach zwei Weltcup-Siegen heuer holt Lina Frener ihren ersten Titel bei einer Downhill ÖM. Emma Bindhammer landet auf Rang 2, Isabella Schatz mit einer beherzten Fahrt auf Rang 3.

Nervenzerreissend dann der Showdown um den Herren-Meistertitel. Die 14 schnellsten Männer standen oben und mit großen Schritten näherte man sich der Seeding Run-Bestzeit vom Vortag. Christoph Handl setzte die erste Bestmarke, die länger hielt. So lange, bis Kevin Maderegger kam und fast vier Sekunden schneller fuhr. Der Fehdehandschuh war hingeworfen. Noah Hofmann verbesserte als letzter Mann am Berg seine Seeding Run-Zeit um mehr als zwei Sekunden – doch es reichte um Haaresbreite nicht. 0,018 Sekunden machten Kevin Maderegger zum österreichischen Downhill Staatsmeister 2026. Noah Hofmann landete auf Platz 2 und Christoph Handl auf Rang 3.

Österreichische Meister im Downhill 2026
Frauen
- Lina Frener
- Emma Bindhammer
- Isabella Schatz
Herren
- Kevin Maderegger
- Noah Hofmann
- Christoph Handl
Junioren
- Benjamin Kowald
- Nepomuk Orthacker
- Moritz Waibl
Herren Masters
- Jörg Neuhart
- Esteban Larrea
- Rainer Narr
U17 m
- Anton Zierl
- Leon Waltensdorfer
- Jakob Ehammer
U17 w
- Lynn Maria Berger
- Marlisa Brandauer
- Maria Strobl
U15 w
- Sara Scholz
- Valerie Gigele
- Hannah-Magdalena Höfinger
U15 m
- Felix Holzknecht
- Moritz Leibetseder
- Tristan Weber
U13 m
- Daniel Schlosser
- Felix Hechenberger
- Elias Dechant
U13 w
- Karolina Purnoch
Übrigens
Übrigens 1: Kevin Maderegger ist damit ÖM-Sieger im Enduro (seit 2023 trägt er den rot-weiß-roten Ärmel mangels ÖM-Austragung) und Downhill. Ein Kunststück, das bislang erst wenigen gelang. Zweimal schaffte es Petra Bernhard (2017 und 2018), Markus Pekoll einmal (2018). Und das obwohl Kevin quasi alle heiligen Zeiten am Downhill sitzt und am ÖM-Wochenende noch die ganze Meute seiner Keen Momentum-Rennfahrer betreute. Hut ab.
Übrigens 2: Anton Zierl (U17) ist mit 3:16,962 min die Tagesbestzeit gefahren (vgl. 3:21,903 min von Neo-Staatsmeister Kevin Maderegger). Hinter Lina Frener (3:44,157 min) waren Sara Scholz (U15) mit 3:57,258 min und Lynn Maria Berger (U17) mit 3:57,327 min die schnellsten Damen. Warum für Staatsmeisterschaftsehren nur Elite- und Junior*innen-Klassen in Frage kommen, versteckt sich wohl in den Tiefen des Reglements. Diese Leistungen sollten aber stark und sollten nicht unter den Tisch fallen, deshalb sind sie hier nochmal erwähnt.

Vorbericht
Da wird sich der Westen des Landes freuen! Nachdem die Downhill ÖMs der letzten sieben Jahre ausschließlich in der Steiermark, Ober- und Niederösterreich stattgefunden haben, bringt der Bikepark Serfaus-Fiss-Ladis die Titelkämpfe zurück ins heilige Land.
Um die rot-weiß-roten Ärmel wird von 26. bis 28. Juni gerittert. Als Rennstrecke wird nicht der bekannte Downhill-Track dienen, sondern die Hill Bill – die zweite schwarze Strecke im Bikepark Serfaus-Fiss-Ladis. Er ist vor allem im unteren Bereich eine Spur naturbelassender als die letzjährige auner Austrian Gravity Series-Strecke und, wie man hört, werden für die Downhill ÖM die engsten Kurven rausgenommen und eine direktere Linie gewählt. Mit über 2 km Länge und ziemlich genau 400 Tiefenmetern passt er perfekt ins Downhill-Format.
Zeitplan
Freitag, 26. Juni 2026
- 12.00 – 17.30 Uhr | Anmeldung
- 15.00 – 17.00 Uhr | Trackwalk
Freitag, 27. Juni 2026
- 09.00 – 11.30 Uhr | Training U13-U17, Amateuere
- 11.00 – 13.00 Uhr | Training Eite, Juniors, Masters
- ab 13.30 Uhr | Seeding Run
Freitag, 28. Juni 2026
- 08.30 – 10.30 Uhr | Training U13-U17, Amateuere
- 10.45 – 13.00 Uhr | Training Eite, Juniors, Masters
- ab 13.30 Uhr | Rennen
Favorit*innen
Kilian Schnöller, der Sieger der aAGS 2025 in Serfaus, wird vermutlich auch einer der Podiumsanwärter für die Downhill ÖM 2026 sein. Kevin Maderegger hat es nicht weit und die Angewohnheit, prompt zu Staatsmeisterschaften am Start zu stehen und abzuliefern. Eventuell werden wir auch David Trummer in Action sehen. Alles wird sich aber am amtierenden Staatsmeister Andreas Kolb messen – vorausgesetzt er zwickt einen Österreich-Stopp zwischen den Lenzerheide und La Thuile Weltcup rein.
Die aktuelle Staatsmeisterin Rosa Zierl hat den gleichen Weltcup-ÖM-Stress. Das gilt auch für Vali Höll, die wir unglaublich gern wieder bei einer Downhill ÖM sehen würden. Helene Fruhwirth ist heuer motiviert über beide Ohren und auch Kerstin Sallegger hat schon die ersten Downhill-Trainingsrunden absolviert. Emma Bindhammer dürfen wir ebenfalls nicht aus den Augen lassen. Die junge Tirolerin ist stark motiviert.
Wer darf starten?
Grundsätzlich jeder mit Lizenz oder Cycling Austria Member Card. Denn auf der Anmeldeseite steht folgendes Satzerl:
Austrian Membercard-Inhaber, sowie ausländische Staatsbürger dürfen starten, sind aber nicht wertungsberechtigt für die ÖM/ÖSTM. Daher gibt es eine separate Tages- und eine Meisterschaftswertung.
Will man um Meistertitel mitkämpfen, benötigt man eine Lizenz. Das ist nichts Neues. Laut der Seite von Cycling Austria wird’s Wertungen ab der U13 bis hinauf zu den Masters geben – immer vorausgesetzt, es gibt genügend Starter*innen in den Kategorien.
Die Downhill ÖM 2026 findest du im LINES Gravity Kalender,
den kann man praktischerweise als Google Kalender abonnieren.
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