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Christoph Strasser will 24-Stunden-Weltrekord am Pumptrack

Die Eingewöhnungsphase auf den Mickey Mouse-Kurs hat für Christoph Strasser schon begonnen. Foto (c) Kugi Spuma

 

Er hat die USA am schnellsten mit einem Fahrrad durchquert, das Race Across America viermal gewonnen. Unter dem 24-Stunden-Weltrekord „Outdoor“ und auf der Bahn prangt sein Name. 2018 will der Extremradsportler Christoph Strasser noch eines drauflegen: er will einen 24-Stunden-Weltrekord am Pumptrack aufstellen.

„So ein Rekordversuch auf der Bahn ist das langweiligste, was man machen kann“, gab Christoph Strasser nach 7.534 Linkskurven im Schweizer Velodrom zu Protokoll. Seinen Fokus legt er deshalb auf eine abwechslungsreichere Herausforderung. „Ein Pumptrack ist zwar auch ein Rundkurs, die Wellen dazwischen machen‘s aber definitiv lustiger“, ist sich Christoph sicher. Für die meisten sind fünf Runden auf der Wellenbahn bereits eine Tortur. Strasser will sehen wie weit er es in 24 Stunden schafft.

Neuland

Ende August soll der Rekordversuch steigen. Bis dorthin ist noch jede Menge zu tun. Pumptracks sind für den Race Acround Austria-, Ireland-, Italy- und Slovenia-Sieger absolutes Neuland. „Ich bin jeden Dienstag mit den Technikern von Specialized in einem Skype-Jour Fixe. Wir tüfteln an der richtigen Reifenmischung, Lenker- und Aero-Position. Asymmetrische Laufräder testen wir gerade, um das Auf und Ab der Strecke auszunutzen. Schaltung und Sattel haben wir bereits gestrichen.“ Die fehlende Sitzkomponente wird sich positiv auf das Hinterteil auswirken, doch besonders die Nahrungsaufnahme ist dadurch – und durch die unendlich vielen Wellen – extrem erschwert. „Eine Hand vom Lenker zu nehmen ist nicht drin,“ wird noch an einer Lösung getüftelt.

Wer Christoph Strasser kennt, der weiß: dem Zufall wird maximal der Sonnenauf- und -untergang überlassen. Um sich bestmöglich auf den Rekordversuch vorzubereiten werden andere Pumptrack-Events genutzt. Vor jedem Austrian Pumtprack Series-Rennen wird er sechs Stunden die Strecke warm fahren. In Neunkirchen und Wals-Siezenheim ist er bei den Red Bull Pumptrack World Championship Qualifier Events engagiert, um per Reifenabrieb die Ideallinie zu markieren, wie man das aus der Formel 1 kennt.

Testen, testen, testen ist jetzt angesagt.

Dem Zufall überlasst Strasser maximal den Sonnenaufgang.

Kleine Wellen, hohe Latte

Einen Eintrag für eine 24-Stunden-Fahrt auf einem Pumptrack findet man im Guinness World Records Book aktuell noch nicht. Christoph ist fest entschlossen die Latte beim ersten Antreten so hoch wie möglich zu setzen: „Ein zweites Mal tu‘ ich mir so eine Mickey Mouse-Runde sicher nicht an.“ Stand nach dem Bahnrekord eine Distanz entsprechend Graz – Rom am Kilometerzähler, so peilt er diesmal Graz – Dornbirn an. „Das wird auch von den Höhenmeter hinkommen,“ spielt Christoph auf die sich summierenden Mini-Hügel an. „Die letzten Wellen werden brennen wie die Appalachen.“

Auf welchem Pumptrack es im Hochsommer heiß her geht wird erst eine Woche vor dem Termin bekannt gegeben, um Strassers Training nicht durch Schaulustige und Nachahmer zu behindern. Bis dahin kann man in einer neuen Form der Community-Beteiligung (Stichwort „Crowdsourcing“) auf www.facebook.com/LinesMagazine mit Tipps und Ideen beim Rekordversuch mitwirken.

 

Christoph Berger-Schauer

Christoph Berger-Schauer

Dicke Schlappen, schmale Reifen, bergauf, bergab – ist für alles zu begeistern, nur flach darf es nicht sein. Unbekehrbarer Fahrrad-Afficionado, seit einiger Zeit vom Enduro-Virus befallen. Schreibt nieder, was andere nicht in Worte fassen können.