EWS Millau [Maderegger]

Kevin MadereggerRiders Blog

Kevin Maderegger EWS Millau

[single_wide src=“/2017/07/20170410_4100500.jpg“ caption=“Foto (c) Robtrnkaphoto“]

 

Nach einer Maturareise ein EWS-Rennen zu bestreiten wäre für die meisten der Tod. Für Kevin Maderegger war die EWS in Millau (FRA) zwar ein Höllenritt, aber ein sehr gelungener. Hier sein Bericht:

 

Höllenritt beim EWS-Saisondebuet in Millau

Millau, ein sympathisches kleines Städtchen mit 22.000 Einwohnern am Beginn der Pyrenäen, war die Location des Festivals Natural Games. Kajak, Slackline, Klettern, Slopestyle, Enduro und ein echt feines Music-Line up standen am Timetable. Doch die Trails von den Bergen rund um Millau hatten es in sich. 2 Renntage und 9 Stages gab es zu bewältigen. Harte Tretpassagen mit darauffolgenden, steilen, technisch schwierigen Trailabschnitten, diese forderten die Fitness und Konstanz der weltbesten Enduristen heraus. Ständige Regenschauer haben die Fahrer immer wieder bei Laune gehalten und weil die anspruchsvollen Stages noch zu wenig waren, wurden ganz besondere Transferrouten ausgesucht, wo man zu überlegen begann das Bike zu tragen. Dies machten z.B. die 1850 hm vom ersten Renntag zu einer harten Partie.

[single src=“/2017/07/20170412_4120947.jpg“ caption=“Kevin hat es beim ersten EWS-Antreten im Jahr 2017 kräftig stauben lassen. Foto (c) Robtrnkaphoto“]

Für mich persönlich war es die erste EWS für 2017, weil Schule und Matura im Endspurt noch einiges an Zeit forderten. Es war kein einfacher EWS-Einstieg, vor allem mit nur einem kurzen Boxenstop zu Hause zum Wäsche waschen nach einer Woche Maturareise in Kroatien, die recht flüssig war. Ich hatte keine großen Erwartungen, versuchte einfach meinen Raceflow zu finden und diesen ohne Stürze oder Steher durchzuziehen. An Tag 1 gelang es mir echt ganz gut und ich holte mir an diesem Tag zwei Stagewins. Am Ende des ersten Tages musste ich mich, aufgrund eines richtig harten Sturzes auf der letzten Stage, um eine Sekunde einem Frenchie geschlagen geben.

Tag 2 durfte dann mit demoliertem Unterarm und Schulter bestritten werden. Daher bin ich es eigentlich easy angegangen um kein weiteres Risiko einzugehen. Weil ich die Stages jedoch flüssig und fehlerfrei fahren konnte, führte ich nach Stage 7 in der U21. Auf Stage 8 hatte ich nach etwa 1/3 der Stage einen Platten und im selben Zug einen harten Abgang otb. Nach kurzem Überlegen im Graben war klar, dass die einzige Chance das Rennergebnis noch irgendwie retten zu können, auf der Felge weiterzufahren war. So hatte ich einen richtig wilden Höllenritt für den Rest der Stage, die sehr rockgardenreich war und sich mehr oder weniger durch eine Schlucht wand. Nach der Stage war die Felge so scharfkantig, dass jeder Schlauch zerriss, so musst ich den Transfer von ca. 3km zu den Pits auch auf der Felge bewältigen. Danke nochmal an dieser Stelle für die geile Unterstützung an Julian Hauer aka Hucking Herbert, Daniel Schemmel, Benni Mayer und an den wahrscheinlich sickesten Mechaniker im Bikegeschehen, Martin Muehlegger. Da das Felge herrichten aber auch seine Zeit in Anspruch nahm, blieben mir für den letzten Transfer, wo die normale Aufstiegszeit 50 Minuten betrug, nur mehr 30 Minuten. Also war das altgewohnte Cross Country-Tempo angesagt, damit ich kein Penalty erhalten würde. Gesagt, getan. Oben war ich fetzen blau und hatte gerade noch Zeit für Flüssigkeitstank ausleeren und Goggle aufsetzen, dann ging’s ab in die letzte Stage. Aufgrund meiner massiven Blauheit legte ich mich dann noch zweimal nieder, weil ich einfach komplett jenseits meines Limits war. Schlussendlich konnte ich mir mit dem Höllenritt auf der Felge noch den 4. Platz sichern und bin aufgrund der Umstände und dem wenigen Training ganz zufrieden damit.

Cheers Kevlator

[single src=“/2017/07/20170413_4131167.jpg“ caption=“Frisch gekämmt von der Maturareise. Foto (c) Robtrnkaphoto“]

 

Über den Author
Kevin Maderegger

Kevin Maderegger

Facebook

Der Salzburger matchte sich gemeinsam mit Daniel Schemmel auf Cross Country-Strecken, bevor sie beide den Umstieg ins Enduro-Lager machten. Junioren-Gesamtsieger der EES 2015 und seit 2016 für Ghost bei Enduro-Rennen in ganz Europa unterwegs.

Artikel teilen