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Enduro ÖM

Da grinst er, der neue Staatsmeister Kevin Maderegger (rechts am Bild). Foto (c) Friedrich Simon Kugi

 

Petra Bernhard und Kevin Maderegger heißen die neuen Staatsmeister. 135 Teilnehmer waren beim dritten Enduro Gradec, dem dritten Stopp der Central European Enduro und Enduro World Series Qualifier Event, am Start und durften sich über abwechslungsreiche Stages und lange Transfers freuen. // Webseite | Facebook-Event | Fotos Roland Auferbauer | Bericht 2017 | Bericht 2016

 

Erstmals weitete das Enduro Gradec seinen Revier über die Schöckl Trail Area hinaus aus und verlegte gleich das ganze Eventzentrum zum Lässerhof nach Stattegg. Dort warteten neben dem Prolog auch die Gigasport Stages 1 und 5 und ein langer Transfer hinüber (und retour) zum Schöckl. Die ausgedehnte Pedalierphase wurde durch den abwechslungsreichen Mix der Stages wieder wett gemacht und die Fahrer waren happy über ein “echtes Enduro-Rennen”.

Die ersten Staatsmeister

Kurz zur Erklärung: heuer gab’s die ersten Staatsmeisterschaften in der Disziplin Enduro. Was 2016 in Leogang und 2017 am Schöckl stattfand, das waren österreichische Meisterschaften – also ohne UCI-Punkte-Relevanz. Nach zwei ÖMs in einer Disziplin kann man aber erstmals eine ÖStM austragen, was beim Enduro Gradec 2018 passiert. Petra Bernhard und Kevin Maderegger wurden ihren Favoritenrollen gerecht. Zwischen Petra und Yana Dobnig gab’s den erwartet knappen Kampf, den die erfahrene Petz um 19 Sekunden für sich entschied. Yana luchste ihr die Bestzeiten auf den letzten zwei Stages ab. Kevin Maderegger holte sich vom Prolog bis zur letzten Stage alle Bestzeiten. Last-Minute-Nachnenner Manuel Gruber lauerte allerdings mit zweitschnellsten Zeiten auf allen Stages (bis auf Stage Nr. 1) auf einen Fehler, den sich der Salzburger aber nicht leistete. Nachdem Mitfavorit Peter Mihalkovits wegen einem Platten den Start zu Stage 3 verpasste, war der Weg frei auf’s Podium für den schnellen Brucker Max Trafella.

Petra Bernhard bewies einmal mehr, dass im Enduro kein Weg an ihr vorbeiführt.

Das ganze Wochenende ohne Makel: Kevin Maderegger. Fotos (c) Friedrich Simon Kugi

Internationales Feld

135 Fahrer standen am Start beim Lässerhof in Stattegg bei Graz. Darunter eine richtig stark besetzte Damenklasse aus 15 Mädels. Teilnehmer aus drei Kontinenten und 11 Ländern waren mit dabei. Der Heimvorteil der österreichischen Elite hielt sich ob der frischen Stages in Grenzen. Das sah man auch daran, dass die starken Fahrer aus Polen (Robert Piekara, Gesamt-Dritter, Michal Makowski, 1. Masters 1) oder Tschechien (Jakub Pekar, 5. Elite Men) kräftig am Gas drehten. Die Transfers waren nüchtern betrachtet lang (ca. 1.300 Höhenmeter und etliche Kilometer). Die Strecken vom Schöckl Richtung Stattegg haben aber definitiv Potenzial für die Zukunft.

 

Ergebnisse

Für alle die sich fragen, wer bei der Enduro ÖStM gewertet wird, hier eine kurze Erklärung. Grundsätzlich gibt’s nur eine Wertung für Elite Men, Elite Women und Junioren. Fahrer mit Masters-Lizenz ebenso wenig in die Wertung der Staatsmeisterschaft wie Hobby-Fahrer mit Eventversicherung oder ÖRV Bike Card. Bei den Junioren sind heuer weniger als vier Fahrer gestartet, deshalb gibt’s 2018 in dieser Klasse keinen Staatsmeister. // Enduro ÖM Resultat | Enduro Gradec nach Klassen | Enduro Gradec Gesamtergebnis


Vorbericht

Das Jahr ist jung, bringt aber schon etliche gute Nachrichten daher. Nummer 1: Das Enduro Gradec wird’s auch 2018 geben – und zwar am 23./24. Juni. Nummer 2: Das Rennen am Schöckl ist Teil der Central European Enduro. Nummer 3: Der rot-weiß-rote Ärmel im Enduro wird erneut in Graz verliehen. Nummer 4: Man kann sich beim Enduro Gradec Punkte für die Enduro World Series 2019 abholen. Nummer 5: Die Strecken werden massiv ausgedehnt und gehen über jene der Schöckl Trail Area hinaus. Einige Stages werden mit jungfräulichem Boden aufwarten.

Favoriten

Damen

Das wird heuer ein wunderschöner Dreikampf. Young Gun Yana Dobnig hat über den Winter irgendwo eine Menge Speed gefunden und ist schneller denn je. Beim SloEnduro Krokar hat sie Petra Bernhard erstmals Stage-Bestzeiten abgeluchst und letztes Wochenende in Ruse dann ganz zugeschlagen und sich den Sieg geholt. Zudem hat sie beim Bikefest Kalnica gezeigt, dass sie einen Hauch flotter als Birgit Braumann sein kann. Das sind auch die zwei weiteren großen Favoritinnen. Petra Bernhard trägt aktuell den rot-weiß-roten Ärmel und war über die letzten Jahre die Dominanz im Downhill- und Enduro-Sport. Die klassischen Schöckl-Stages kommen ihr sicher entgegen. Birgit Braumann, die Enduro-Staatsmeisterin von 2016 pausierte letztes Jahr, ist aber heuer wieder voll im Renngeschehen und hat sich bei den ersten zwei Central European Enduro-Rennen aufgewärmt.

Petra Bernhard ist die große Gejagte. Foto (c) Friedrich Simon Kugi

Enduro-Talent Yana Dobnig ist in Topform und heiß auf den Titel. Foto (c) Friedrich Simon Kugi

Herren

Bei den Herren ist das Feld heuer etwas ausgedünnt. Gerd Skant verletzte sich bei den Austrian Whip Offs und muss pausieren. Daniel Schemmel ist mit einem Handbruch noch ein paar Tage außer Gefecht. Matthias Stonig ist absolut der SuperEnduro-Serie erlegen und wird in den Dolomiten weilen, während am Schöckl die Action abgeht. Und der amtierende Meister Markus Pekoll, kurz nach dem Sieg letztem Jahr Vater geworden, übergibt den Titel kampflos. Damit bleibt Kevin Maderegger als großer Favorit. Der Salzburger kommt auch so optimal vorbereitet wie noch nie zu einer Enduro ÖM. Platz 62 bei der EWS in Frankreich und Sieg beim SloEnduro Ruse letztes Wochenende. Dort war ihm Multi-Talent Peter Mihalkovits am dichtesten auf den Fersen. Mal schauen ob der Burgenländer die paar Sekunden dann in Graz finden kann. In Ruse hat sich Manuel Schretter ins Spiel gebracht. Sechster gesamt und drittbester Österreicher. Das hätten wir uns so schnell nicht träumen lassen, dass wir den Styler Manuel Schretter auf einer Enduro-Favoriten-Liste haben. Das Podium aufmischen könnte noch Manuel Gruber. Der Brucker legt sich aktuell selten auf Rennen fest. Wenn er aber am Start steht, dann brennt der Hut.

Selten war eine Favoritenrolle deutlicher: alle Augen auf Kevin Maderegger. Foto (c) Klemens König

Peter Mihalkovits wird in Graz Sekunden suchen. Foto (c) Klemens König


Termin

Das Enduro Gradec rückt wieder in den Sommer: 23. und 24. Juni sind die zwei Tage, die man sich tunlichst reservieren sollte. Oder gleich etwas mehr, wenn’s der Chef – oder die Chefin (daheim) – erlaubt. Denn am Wochenende davor gastiert in Innsbruck das Crankworx. Eine Woche nach dem Rennen am Schöckl geht’s auf der Petzen in der gleichen Disziplin bei der Enduro World Series zur Sache. Vielleicht verirrt sich ja der ein oder andere Pro auf dem Weg von Tirol nach Kärnten auf den Grazer Hausberg. Ab sofort ist die Anmeldung geöffnet.

Volle Attacke. Foto (c) Friedrich Simon Kugi

Mit gefinkelten Stellen ist auch 2018 zu rechnen. Foto (c) Friedrich Simon Kugi


Central European Enduro

Hierzulande recht unbekannt, hat die Central European Enduro 2017 ein phänomenales Premierenjahr hingelegt. Nie weniger als 300 Teilnehmer. In Treuchtlingen waren’s sogar 500 Starter. Mit der früheren Central European Enduro Series hat die Serie nichts zu tun. Motivierte Köpfe aus Tschechien stehen dahinter. Für heuer fix sind Stopps in Kalnica (SVK), Bielsko-Biala (POL), Spicak (CZE) und Graz. Diese Liga hat das Potenzial die europäische Enduro-Elite wieder zu bündeln und für Furore zu sorgen. Dass der Schöckl mit dabei ist, ist eine ganz besondere Ehre.

We are super excited that for 2018 we have a new venue in Austria 😉👌ENDURO GRADEC will be the third race of the Central…

Posted by Central European Enduro on Freitag, 22. Dezember 2017


Enduro ÖM

Petra Bernhard und Markus Pekoll können 2018 (fast) am gleichen Ort ihre Titel verteidigen. Oder im Umkehrschluss: alle anderen haben nochmals die Möglichkeit in Graz den rot-weiß-roten Ärmel zu ergattern. Auf Streckenkenntnisse kann man sich allerdings nicht verlassen, denn die Veranstalter arbeiten an neuen, weniger bekannten Trails in und um die Schöckl Trail Area. Das Eventzentrum wird zum Lässerhof nach Stattegg verlegt und die Strecken werden von dort auf den Schöckl Gipfel und wieder retour führen.


Enduro World Series Qualifier Event

Da schaut’s! Das Enduro Gradec 2018 ist ein Enduro World Series Qualifier Event. Auf Deutsch heißt dass, wer gut abschneidet, sammelt wichtige Punkte Richtung EWS-Startplatz 2019, bei dem er nicht durch die Lotterie muss. Was das für das Rennen heißt? Hochkarätiges Starterfeld, olé! Noch dazu am Wochenende vor der Petzen EWS. Das Enduro Gradec ist damit eines von 50 Rennen in 25 Ländern auf vier Kontinenten.

Next Level!

Da werden sich auch die amtierenden Staatsmeister und -innen ins Zeug hauen. Foto (c) Friedrich Simon Kugi

Christoph Berger-Schauer

Christoph Berger-Schauer

Dicke Schlappen, schmale Reifen, bergauf, bergab – ist für alles zu begeistern, nur flach darf es nicht sein. Unbekehrbarer Fahrrad-Afficionado, seit einiger Zeit vom Enduro-Virus befallen. Schreibt nieder, was andere nicht in Worte fassen können.