Der beste Radlmechaniker des Landes ist…

Christoph Berger-SchauerLesestoff

Fotos: Klemens König

Shimano hat vermutllich die ersten Schrauber Meisterschaften Österreichs in Wels ausgetragen und den besten Zangler des Landes gekürt.


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Shimano fährt eine Kompetenz-Offensive. Um das Niveau der Werkstätten hoch zu halten und die Zangler-Fähigkeiten zu steigern, bieten die Japan, hierzulande in Form von Importeur Thalinger Lange, unzählige Schulungen an. Wer als Shop genug davon erfolgreich absolviert, darf sich Shimano Service Center nennen und ist damit einer von 59 Betrieben in Österreich, bei denen man sich komplett sicher sein kann, dass man von Deore bis XTR in besten Händen ist.

Um diese Trophäen ging’s.

Wer ist aber der Beste unter den Besten? Das will Shimano wissen und ruft aktuell in allen Ländern des Kontinents zu Mechaniker Meisterschaften auf. Österreich nahm mit seinen Mech Champs am 16. November Vorreiter-Status ein. Nur Frankreich, Großbritannien und Deutschland hatten zuvor einen derartigen Wettkampf veranstaltet. Nach einer Online-Bewerbungsrunde mit kleinem Aufnahmetest wurden acht Mechaniker in die Shimano Service Center Akademie nach Wels geladen (sieben davon kamen dort an, das ist aber eine andere Geschichte).


Verschiedene Aufgaben waren in der Shimano Service Center Akademie in Wels vorbereitet.

Wie ermittelt man den besten Mechaniker? David Gruber( Shimano Service Center Chef in Österreich), Kundendienst-Leiter Gerald Stegner und Elke Kraxberger (Marketing) hatten sich dazu folgenden Modus ausgedacht: Es befinden sich immer zwei Mechaniker im Prüfungsraum, die aber unabhängig voneinander an einer Aufgabe arbeiten, unter akribischer Beobachtung von jeweils einem Juror. Gerald Stegner überwacht zudem als Haupt-Jury das Geschehen. Für jeden richtig absolvierten Arbeitsschritt (und den Gesamteindruck) gibt’s Punkte. Je sauberer und genauer gearbeitet wird, desto besser für die Wertung.

Die Aufgaben werden gezogen und reichen vom Klassiker „Bremsen entlüften“ über elektronischere Aufgaben wie Steps-Diagnose bis zum Service einer Getriebenabe inkl. Ölbad. Jeweils 40 Minuten sind maximal Zeit. Drei Durchgänge gibt’s, also für jeden Mechaniker drei verschiedene Aufgaben zu bewältigen.


Es geht um den Titel bester (Shimano) Mechaniker Österreichs und die Anwärter darauf sind aus ganz Österreich angereist: Marcell von der Radwelt MichiKnopf im Burgenland, Wolfgang von Bike Altmann im Waldviertel, Matthias von Friesi’s Bikery in der Steiermark, Manuel von Veloflott in Innsbruck, Felix vom Bikepalast Tirol, Hamsa vom Radsport Kotnik in Graz und Michael vom Bikefeeling Linz. Sie alle eint, dass sie nicht wirklich wissen, was auf sie zukommt. Die Aufgaben offenbaren sich erst über den gezogenen Zettel, nachdem der cleane Werkstatt-Prüfungsraum betreten ist.

Egal ob Micro Spline-Nabe oder Di2-Pairing – auskennen sollte man sich überall bestens, denn den Juroren entgeht gar nichts. Selbst Kapazunder was das Zangeln angeht, erspähen Danny Herz (die rechte Hand unseres Schrauber Fredls, Ex-Weltcup-Mechaniker und das Gesicht von Rotwild Österreich) und Markus Gattermaier (hierzulande Mr. Simplon) jede Feder, die nicht ganz richtig liegt und jeden Dichtungsring, der nicht tausend-prozentig sitzt. Die angelegte Qualitätsmesslatte ist brutal hoch. Und dann kommt Kundendienstleider Gerald Stegner und setzt sie noch ein gutes Stück höher. Eine Anschlagschraube, die einen Schaltwerkschaden in hunderten Kilometern herbeiführen könnte – Punkt Abzug. Ein Drehmomentschlüssel, der nach getaner Arbeit nicht auf 0 gedreht wurde – Punkt Abzug.

Von manchen Leistungen ist die dreiköpfige Jury aber einfach nur begeistert. Wenn beispielsweise eine Micro Spline Nabe im Handumdrehen serviciert wird oder die Adjustierung der elektronischen Schaltung quasi blind erfolgt. Wer solche Leistungen abliefert und in allen Aufgaben fehlerfrei bleibt, der findet sich am Ende der drei Runden in den Top 3 wieder. Am 16. November sind das Manuel (Veloflott), Hamsa (Kotnik) und Matthias (Friesi’s Bikery).

Zum Finale werden die drei Titelanwärter im Quiz-Show-Stil geprüft. Eine an die Wand projizierte Frage, vier Antwortmöglichkeiten, drei Buzzer. Wer schneller drückt, darf Anworten. Stimmt die auch, gibt’s einen Punkt. Bei Fragen wie „Was ist die Mindestdicke von Shimano Bremsscheiben?“ wird gar nicht erst auf die Antwortmöglichkeiten gewartet und drauflos gebuzzert, was das Zeug hält. Die schnellste Buzzer-Faust und die meisten richtigen Antwortet sammelt Matthias von der Friesi’s Bikery, der sich damit bester Mechaniker Österreichs nennen darf. Wer ein Radl mit Shimano-Komponenten zu ihm in die Werkstatt schiebt, gibt es in die vermutlich besten Hände, in die er es geben kann. Gemeinsam mit Platz 2 (Hamsa) und 3 (Manuel) geht’s für Matthias kommendes Jahr zur Schrauber-Europameisterschaft ins Shimano Europe Hauptquartier in den Niederlanden. Wir wünschen jetzt schon alles Gute!

Das sind die besten Shimano-Zangler des Landes: Matthias, Hamsa und Manuel.
Über den Author

Christoph Berger-Schauer

Dicke Schlappen, schmale Reifen, bergauf, bergab – ist für alles zu begeistern, nur flach darf es nicht sein. Unbekehrbarer Fahrrad-Afficionado, seit einiger Zeit vom Enduro-Virus befallen. Schreibt nieder, was andere nicht in Worte fassen können.

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