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Projekt E-360+

Potente E-Bike Studie von Dario Mottl. Grafiken alle (c) Dario Mottl

 

Was Dario Mottl da gezeichnet hat, das bringt die Begriffe “E-Bike” und “sexy” unter einen Hut. Ein recht radikaler Elektro-Enduro Entwurf. Eine schöne Studie, wie elektrobetriebene Mountainbikes in Zukunft ausschauen könnten.

Bachelorarbeit

Entstanden ist das Projekt im Rahmen seiner Bachelorarbeit. Der junge Salzburger nimmt sich in seiner Arbeit an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz dem Stiefkind “E-Bike” an. “Das Thema E-Mountainbike wird immer wieder in der Mountainbike-Szene heiß diskutiert”, so einer der Beweggründe Darios. Wenn man sich die aktuelle Diskussion um das elektrobefeuerte Coastal Crew Video ansieht, trifft er damit den Punkt. Dario, selbst meist am Downhiller unterwegs, wollte selbst sehen, was denn ästhetisch und funktional bei einem E-Bike möglich ist.

Alles schön integriert.

Tiefer Schwerpunkt und kompakt gebaut.

Ein Bike für echte Radlfahrer

Selbst Radfahrer, schrieb er sich ein paar grundlegende Parameter ins Lastenheft: tiefer und zentraler Schwerpunkt, flacher Lenkwinkel, langes Oberrohr und kurze Kettenstreben für ein gutes Handling am Trail. Für zusätzliche Realitätsnähe sollte das ganze auf einem exisitierenden Motor (in diesem Fall einer der Marke Bosch) basieren und die gesamte Elektronik plus Akku im Rahmen integriert sein.

Ein existierender Motor, leicht zu erreichen.

Schön und gut verpackt.

E-360+

Herausgekommen ist die Studie E-360+. Keine Sorge, das Plus steht nicht für den neuesten Reifenbreitenschmäh, sondern für die Potenz des Bikes. Das E-360+ soll die Symbiose aus Mensch und Maschine verkörpern. Dario beschreibt es so:

“Das Unterrohr, in dem Motor, Akku und die ganze Elektronik sitzen, ist sehr kantenbetont und verdeutlicht die Kraft und Präzision des Motors. Das organisch, dynamisch wirkende Oberrohr symbolisiert den Menschen, der sich wie der Biker über das Fahrrad bzw. die Maschine spannt und diese kontrolliert.”

Ein Pensionisten-Display am Lenker kam nicht in Frage. Die Anzeige fand versenkt im Oberrohr Platz.

Ausgeklügelt bis ins Detail

Weil die Aufgabe für den angehenden Industriedesigner keine leichte sein sollte, entschied er sich dafür gleich ein Fully zu entwerfen. Der Hinterbau ist als einfach gehaltener Eingelenker ausgeführt, mit einer Kettenumlenkung, die stark an das aktuelle Commencal Downhill-Flaggschiff erinnert. Weitere Gimmicks: Infoscreen im Oberrohr und beleuchtete Trennfuge zwischen Rahmen und Akku für zusätzliche Sichtbarkeit und Sicherheit.

Der ins Unterrohr verpackte Akku beherbergt einiges an Leistung.

Mit zwei Schrauben lässt er sich vom Bike entfernen.

Biker und Industriedesigner in Personalunion zu sein, hat ein paar praktische Vorteile. Man hat nicht nur eine Vision wie sich das Rad fahren soll, sondern macht sich auch Gedanken in Richtung Haltbarkeit und Wartungsfreundlichkeit. So hat sich Dario an paar richtig praktische Sachen überlegt. Große Hauptlager am Hinterbau sind robust und pflegeleicht, der Motor ist durch eine extra Schale gegen Aufsitzen und Steinschläge geschützt und den Akku kann man mit nur zwei Schrauben abnehmen und sowohl am als auch abseits vom Bike aufladen. Wenn so die E-Bike Zukunft ausschaut, könnten wir uns sogar vorstellen zur Coastal Crew zu gehen.

So fesch kann ein E-Bike sein.

 

Wer Fragen, Ideen, Anregungen oder eine Firma hat, die das Konzept umsetzen möchte, der kann Dario Mottl per Mail unter don_deesign@gmx.at erreichen.

 

Christoph Berger-Schauer

Christoph Berger-Schauer

Dicke Schlappen, schmale Reifen, bergauf, bergab – ist für alles zu begeistern, nur flach darf es nicht sein. Unbekehrbarer Fahrrad-Afficionado, seit einiger Zeit vom Enduro-Virus befallen. Schreibt nieder, was andere nicht in Worte fassen können.