Mountainbike Willkommensguide

Christoph Berger-SchauerLesestoff

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Du bist neu in der Community der Mountainbiker? Dann herzlich willkommen! Es freut uns, dass du eine der besten Sportarten überhaupt für dich entdeckt hast. Damit du dich in der MTB-Gemeinschaft sofort wohlfühlst, haben wir für dich diesen Willkommensguide zusammengestellt. Die besten Tipps für Mountainbike-Anfänger und -Einsteiger gesammelt auf einem Fleck.


Bike Slang

Mountainbiken nahm – wie so viele Trendsportarten – seinen Ursprung in den USA. Aus diesem Grund ist es usus viele Begriffe in Englisch zu halten. Hier die wichtigsten Ausdrücke (inkl. Erklärung) für eine sattelfelste Kommunikation.

Trail, der
Schnell erklärt: ein Weg. Demnach ist ein Singletrail ein schmales Wegerl.

Line, die
Eine maschinell angelegte Strecke, speziell für Mountainbiker*innen. Lines (gesprochen „Leins“) werden meist nach ihrem Charakter benannt. Eine Flow Line ist meist sehr flüssig zu fahren, ohne nennenswerte Hindernisse. Auf einer Jump Line reihen sich Sprünge aneinander. Und eine Downhill Line ist meist gröber mit Wurzeln, Steinen, Absätzen und Sprüngen. Eine Chicken Line ist übrigens die Umfahrung schwieriger oder gefährlicher Stellen.

Drop, der
Ein Absatz, die Höhe kann stark variieren. Kleinere Drops kann man fahren, höhere sind mit mehr Geschwindigkeit zu springen.

Gap, der
Ein Graben, der normalerweise per Sprung überwunden wird. Sieht man ein Schild mit dieser Aufschrift auf einer Strecke, dann sollte man sich die Passge auf jeden Fall zuvor ansehen, bevor man in sie hineinfährt.

Fullface, der
Fullface Helm um genau zu sein. Ist das Pendant zum Halbschalen-Helm und schützt – wie der Name schon sagt – den gesamten Kopf (besitzt also auch einen Kinnschutz). Besonders in Bikeparks sinnvoll.

Rockgarden, der
Bezeichnet ein Steinfeld. Die Ausprägungen sind unterschiedlich – von „nett“ bis „fast unfahrbar“. Eines haben sie aber gemeinsam: Stürzen wird man nicht weich.

Northshore, der
Einfach gesagt: ein Trail aus Brettern. Wenn der Untergrund so grauslig oder unwegsam ist, dass gar nichts mehr hilft, dann greifen Trailbauer oft zu Northshores um trotzdem ein gutes und lustiges Vorankommen zu gewährleisten.

Wallride, der
Eine Steilkurve aus Holz.

Table, der
Beschreibt die Form eines Sprunghügels, der in der Mitte flach wie eine Tischplatte ist, am Anfang und Ende aber für Absprung und Landung abgeflacht wurde. Mit verringerter Geschwindigkeit kann man über Tables problemlos drüberrollen und sich so an den Sprung herantasten. Geübte Fahrer berühren bei einem Table nur die abgeflachten Seiten (vorne und hinten).

Roller, der
Eine Welle bzw. kleine Kuppe über die man rollen, Schwung aufbauen oder sie als Absprung benutzen kann.

Double, der
Zwei Roller hintereinander. Der Abstand kann variieren. Sobald der erste Roller als Absprung und der zweite Roller als Landung genutzt werden kann, spricht man von einem Double.

Pumptrack, der
Ein Rundkurs aus Wellen (Roller) und Steilkurven. Auf einem Pumptrack bewegt man sich ohne zu treten fort und baut Schwung nur durch „pumpen“, also dem Drücken mit Armen und Beinen, auf. Pumptracks können aus Erde, Schotter, Beton, Holz oder Asphalt sein. Sobald sie aus befestigtem Untergrund sind, werden sie von allem genutzt was rollt: Skateboards, Scooter, Inline Skates, etc.


Rechtliche Situation

Radfahren im Wald (Wanderwege, Forststraßen) ist in Österreich nur dort gestattet, wo es ausdrücklich erlaubt ist. Offizielle Mountainbike-Strecken sind immer durch entsprechende Schilder gekennzeichnet und werden zumeist auf den Webseiten der Tourismusverbände beschrieben. Wer sich nicht daran hält muss im Fall des Falles zumindest mit einer Strafe wegen Verwaltungsübertretung rechnen.

Benützungszeiten

Für fast alle legalen Mountainbike-Strecken gibt es Benützungszeiten. Diese sind entweder an fixe Uhrzeiten oder den Sonnenstand – bspw. „ab zwei Stunden nach Sonnenaufgang bis eine Stunde vor Sonnenuntergang“ – geknüpft. In einigen Gebieten besteht auch ein Winterfahrverbot.


Strecken

Mountainbiken ist vielfältig und genau so sind die Strecken. Von Forststraßen bis verblockte Singletails reicht das Spektrum, in dem man sich als Mountainbiker austoben kann. Leider gibt es keine Gesamtübersicht der legalen MTB-Strecken in Österreich. Meist findet man auf den Seiten der Tourismusverbände einen Überblick der offiziellen Strecken, auch bei Bike-Gebieten, Bikeparks oder Trailcentern ist die Übersicht gut. Wer Inspiration sucht, für den haben wir einiges in unserer Trail-Datenbank parat und in einer eigenen Übersicht die Quellen zu offiziellen Routen, Strecken und Trails zusammengetragen.


Sicherheit

Radfahren, das kann jeder. Das stimmt! Nur im Gelände schaut die Sache etwas anders aus. Ein Fahrtechnik-Training empiehlt sich für jede*n, die/der abseits von Asphalt unterwegs sein will. Mit der richtigen Technik ist Mountainbiken nicht nur sicher, sondern macht auch gleich mehr Spaß.

Ausrüstung

Mountainbiken und Helm – das gehört zusammen wie Kürbiskernöl und die Steiermark, wie Leberkas und Semmel. Der Helm sollte passend, mittig am Kopf sitzen und nicht verrutschen. Ideal sind Helme, die mit einem Einstellrad an den Kopfumfang angepasst werden können. Als Faustregel gilt: das Kinnband so einstellen, dass zwei Finger zwischen Band und Kinn passen. Dann sitzt der Helm auch nach dem ersten Hindernis-Kontakt noch am Kopf. Brillen sind zum Schutz vor Ästen und Insekten sinnvoll und entlasten das Auge bei Sonnenschein. Handschuhe (idealerweise Vollfinger) reduzieren unschöne Abschürfungen bei Bodenkontakt.

Je nach Einsatzbereich gibt es weitere sinnvolle Schutzbekleidung: Knie- und Ellbogenprotektoren sind auf technisch anspruchsvolleren Routen ideal. Mittlerweile gibt es recht ergonomische Modelle, mit denen man gut pedalieren kann. Rückenprotektoren und Fullface-Helme sind insbesondere für den Bikepark sinnvoll.

Waldtypische Gefahren

Rutschiger Untergrund, abgebrochene Äste, Unebenheiten oder Schlaglöcher – das gehört beim Mountainbiken dazu. Also immer aufmerksam und vorausschauend fahren. Besonders auf Wegen, die man sich mit anderen Naturnutzern teilt, auf halbe Sicht und bremsbereit unterwegs sein.

Besondere Vorsicht gilt bei Waldarbeiten. Forstliche Sperrgebiete sind durch ein rundes, gelb-weißes Schild gekennzeichnet. Vor diesem muss unbedingt umgedreht und eine Alternativroute gesucht werden. Nicht durchgehen oder quer durch den Wald versuchen. Hier besteht Gefahr für Leib und Leben.


Fair Play-Regeln

Ähnlich den Pisten- oder Schwimmregeln gibt es neun Fair Play-Regeln für das Radfahren im Wald:

  1. Fahre nur auf gekennzeichneten Wegen
  2. Hinterlasse keine Spuren
  3. Halte dein Mountainbike fit
  4. Halte dein Mountainbike unter Kontrolle
  5. Respektiere andere Naturnutzer*innen
  6. Nimm Rücksicht auf Tiere
  7. Handle verantwortungsvoll
  8. Tu dir und der Umwelt etwas Gutes
  9. Vor der Tour: alles dabei?

Etikette

Ein paar Tipps für ein gutes Miteinander im Wald:

Grüss Gott
Ein netter Gruß an Wanderer*innen, Förster*innen, Waldarbeiter*innen, Jäger*innen und andere Biker*innen gehört zum guten Ton.

Keine Shortcuts
Abschneider zerstören die Umwelt.

Keine Nightrides
Gönne den Wildtieren Ruhe, fahre nicht in der Dämmerung oder Nacht.

Baue keine illegalen Trails
Illegale Strecken bringen viele Probleme mit sich. Erspare dir den Ärger und setze dich lieber für legale Strecken ein. Am einfachsten mit deinem lokalen Radverein oder der Mountainbike Initiative Austria (MIA).

Nimm deinen Müll mit
Das gilt für alle Outdoor-Sportarten: lass keinen Abfall in der Natur, sondern nimm ihn wieder mit nach Hause und entsorge ihn fachgerecht.

Durchfahre keine Wiesen- und Weideflächen
Wiesen- und Weideflächen sind tabu, denn Wege entstehen schneller als man denkt und das geht auf Kosten der (Tier-)Nahrungsmittel.


Vereine

Allein ist Mountainbiken entspannend, zusammen mit anderen macht es richtig Spaß. Wer Anschluss, Informationen oder Tipps sucht, der findet bei lokalen Mountainbike-Vereinen Gleichgesinnte.


Notfall

Im Fall des Falles, hier die wichtigsten Notfall-Nummern:

140
Alpinnotruf

144
Rettung

112
Euronotruf

Denke daran immer ein Erste-Hilfe-Päcken im Rucksack mit den notwendigsten Utensilien mitzuführen. Pannensets mit Flickzeug/Ersatzschlauch, Reifenheber, Luftpumpe und ein Multitool gehören bei jeder Tour zur Grundausstattung. Bei längeren Touren im Gebirge sollte man auf ausreichend Bekleidung, Essen und gutes Kartenmaterial achten.


Viel Spaß

Wir hoffen dieser kurze Überblick hat dir Appetit auf’s Mountainbiken gemacht und wir wünschen dir viel Spaß mit deinem Bike!

Über den Author

Christoph Berger-Schauer

Dicke Schlappen, schmale Reifen, bergauf, bergab – ist für alles zu begeistern, nur flach darf es nicht sein. Unbekehrbarer Fahrrad-Afficionado, seit einiger Zeit vom Enduro-Virus befallen. Schreibt nieder, was andere nicht in Worte fassen können.

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