Fotos: Zerode
Mit dem Zerode Shadow hat die neuseeländische Edel-Bikeschmiede eine frische Plattform auf den Markt gebracht, die dank Getriebeantrieb und g’scheiten Lösungen heraussticht.
Werbung
Wer bin ich?
Zerode ist vielen vermutlich noch kein Begriff – eingefleischten Downhill-Fans allerdings schon eher. Schließlich setzt das MS Racing Team seit vergangener Saison im Weltcup auf die Getriebebikes der neuseeländischen Marke und konnte damit bereits beachtliche Erfolge einfahren. Mit dem neuen Shadow wollen die Kiwis nun aber nicht nur Racer ansprechen, sondern auch Trail- und Endurofahrer:innen.
Besonders spannend dabei: Die Plattform lässt sich mit wenigen Handgriffen in zwei unterschiedliche Charaktere verwandeln. Alles, was dafür nötig ist, ist eine andere Dämpferaufnahme. Das vereinfacht nicht nur die Produktion, sondern eröffnet auch den Käufer:innen deutlich mehr Spielraum bei der Wahl des Einsatzbereichs.
In der Trail-Konfiguration soll das Shadow vor allem mit einem verspielten Charakter überzeugen. Mit 140 mm Federweg am Heck und 150 mm an der Front verspricht Zerode ein Bike, das aktiv gefahren und einen deutlich verspielteren Charakter hat.
Wer es lieber etwas gröber angeht, greift zur Enduro-Version. Hier wachsen die Federwegsreserven vorne und hinten um jeweils 20 mm, wodurch sich das Shadow auch für ruppige Endurowegerl und regelmäßige Bikepark-Besuche bestens eignen soll. Flexibilität gibt es außerdem bei der Laufradwahl: Das neue Shadow kann sowohl als Mullet-Bike als auch mit einem 29-Zoll-Hinterrad gefahren werden.
Im Stand
Schlanke Linien, klare Formen und ein markanter Bauch im Bereich des Tretlagers – so lässt sich das Shadow optisch wohl am treffendsten beschreiben. Der Carbonrahmen wirkt hochwertig verarbeitet und überzeugt mit einer eigenständigen, aufgeräumten Linienführung. Einzig das Getriebegehäuse im Tretlagerbereich fällt auf den ersten Blick etwas aus dem gewohnten Rahmen, erfüllt aber einen klaren Zweck.
Durch das Getriebe wandern zentrale Antriebskomponenten von der Hinterradachse in die Rahmenmitte. Schaltwerk und Kassette entfallen komplett, wodurch die ungefederte Masse am Hinterrad reduziert wird. Gleichzeitig konzentriert sich mehr Gewicht rund um das Tretlager. Beides sind Eigenschaften, die sich positiv auf Fahrwerksperformance und Handling auswirken können und zu einem ruhigen Fahrgefühl beitragen.
Auch beim Thema Stauraum geht Zerode mit der Zeit. Erstmals verfügt das Shadow über ein ins Unterrohr integriertes Rahmenfach, das ausreichend Platz für Werkzeug, Gummibärli und andere Must-haves bietet. Damit lassen sich Runden ganz ohne Rucksack und co. bestreiten – ein Detail, das mittlerweile fast schon zum Pflichtprogramm moderner Trail- und Endurobikes gehört.
In Bewegung

Dazu können wir leider (noch) kein Urteil abgeben. Unsere bisherigen Erfahrungen mit Getriebebikes stimmen uns aber durchaus positiv. Vor allem die beeindruckende Laufruhe und das ausgewogene Handling konnten uns in der Vergangenheit bereits überzeugen. Ob das auch auf das neue Shadow zutrifft, werden wir hoffentlich bald selbst herausfinden.
Wer sich selbst ein Bild machen möchte, wird dazu schon bald Gelegenheit bekommen. Sobald die ersten Shadow-Modelle verfügbar sind, sollen sie über den österreichischen Vertrieb bei verschiedenen Events und Testveranstaltungen zum Ausprobieren bereitstehen.
Preis & Leistung
Dass Zerode nicht gerade eine Discounter.Marke ist, ist kein Geheimnis. Für das Shadow-Rahmenset legt man 4.950 Euro auf den Tisch. Klingt erstmal nach einer ordentlichen Hausnummer, relativiert sich im direkten Vergleich mit anderen High-End-Herstellern aber ein Stückerl. Dazu kommt: Beim Getriebebike fällt der komplette klassische Antrieb mit Kassette und Schaltwerk ohnehin weg – das spart einiges an Folgekosten beim Aufbau.
Komplett gibt’s das Shadow in zwei Ausführungen. Das Shadow Expert startet bei 6.845 Euro und kommt mit Fox Performance Elite Fahrwerk, DT Swiss Laufrädern und Magura MT5 Bremsen. Wer noch was drauflegen will, greift zum Shadow Deluxe. Für rund tausend Euro mehr gibt’s ein Fox Factory Fahrwerk, ebenfalls DT Swiss Laufräder und Hayes Dominion A4 Bremsen.
Zwischen Trail- und Enduro-Setup unterscheiden sich die Builds übrigens nur in Nuancen. Der große Unterschied liegt im Federweg und dadurch bei einer Fox 38 statt 36 und beim Dämpfer bekommt man auch einen X2 statt einem Float X.
Geometrie
Die Geometrie liest sich auf dem Papier in der Trail-Variante recht progressiv, während das Enduro-Setup eher im vertrauten Bereich bleibt. Große Überraschungen gibt’s keine – die Werte bewegen sich insgesamt dort, wo man sie bei einem modernen Trail- bzw. Endurobike erwarten würde. Interessant wird’s bei den Details: Zerode setzt nämlich auf unterschiedliche Kettenstrebenlängen je nach Rahmengröße. Ein Ansatz, den man so nicht allzu oft sieht und der dafür sorgen soll, dass sich das Bike unabhängig von der Größe möglichst stimmig fährt.
Verfügbar ist das Shadow aktuell noch nicht, vorbestellt werden kann aber schon. Die ersten Rahmen in Medium und Large sollen in etwa neun Wochen ausgeliefert werden, beim XL dauert es noch rund fünf Monate. Ein Small ist ebenfalls in Planung – wann genau der kommt, steht allerdings noch in den Sternen.



Wer will mich?
Radlfahrer:innen, die ein besonderes Bike suchen und bewusst aus der Masse herausstechen wollen. Genau das schafft das Zerode Shadow ziemlich gut. Die Marke sieht man bei uns nach wie vor selten, Getriebebikes sind im Trail- und Endurobereich ohnehin noch eher die Ausnahme.
Dazu kommt das Konzept selbst: weniger Teile am Hinterbau, weniger Wartung und ein insgesamt sehr aufgeräumter Antrieb. Interessant ist das vor allem für alle, die viel und gerne bergab unterwegs sind und ein Bike suchen, das im Groben ruhig bleibt und nicht nervös wird.

Zerode Shadow
| Preis | von € 4.950,- (Frameset) bis € 7.995,- |
| Federweg | 150mm vorne & 140mm hinten /170 mm vorne & 160 mm hinten |
| Laufräder | 29 Zoll oder Mullet |
| Rahmenmaterial | Carbon |
| Gewicht | 2,8 kg (Rahmen) |
| Garantie | lebenslang für den/die Erstbesitzer:in |
| Gleiche Liga: | Rocky Mountain Altitude, Transition Sentinel, Trek Slash |
Artikel teilen








