Im Tal des Teufels

Hannes KlausnerFoto, Reise

Hannes Klausner- Im Tal des Teufels

Valle del Diavolo – In’s Tal des Teufels hat es Hannes Klausner diesmal verschlagen. Ein wahrlich malerischer Ort in der Toskana, der sich gewohnten Bildern aus der Region widersetzt. Eine Landschaft wie aus einem Film. Und genau das haben Hannes und Stefanie Wanger geschafft auf Bildern festzuhalten.


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Meine Liebe zu Abenteuer und zum Außergewöhnlichen lässt mich unaufhörlich auf der Suche sein und bringt mich immer wieder zu speziellen Orten. Mit Bike und Van unterwegs, erforsche ich ganz Europa und sogar Gebiete darüber hinaus. Ganz besonders angetan hat es mir in letzter Zeit die Toskana. Schon viele Male war ich dort, doch je öfter ich das Gebiet besuche, desto mehr erfahre ich darüber und desto interessanter wird das Erforschen von ganz speziellen Orten in der Gegend.

Und diesmal ist es soweit. Bei Sonnenaufgang mach ich mich auf den Weg. Noch kurz die schöne Stimmung genießen und los geht’s.

Mein Trip führt mich nicht wie sonst zu den wohlbekannten Bike Trails. Vielmehr ist er von Anfang an eine Reise ins Ungewisse. Hinein in ein kleines Abenteuer. Von einem außergewöhnlichen Ort zum nächsten.

Könnte ein Ort zum verweilen, genießen und sogar übernachten irgendwie besser sein?

Obendrein gibt es dort im Wald direkt erste wilde heiße Quellen, um sich schonmal auf das teuflische Tal einzustimmen.

Nach dieser kurzen früh morgendlichen Energiequelle geht es dann aber endlich genau dorthin, wo die Reise ihren Höhepunkt erreichen sollte.

Valle del Diavolo. „Das Tal des Teufels (ital.: Valle del Diavolo) ist ein ca. 200 km² großes, geothermisch aktives Gebiet in der mittleren Toskana, das zur Gemeinde Pomarance gehört. Es ist seit der Antike bekannt und beherbergt seit 1905 eines der weltweit größten Erdwärme-Kraftwerke.“

„Wenige hundert Meter unterirdisch bringt vulkanisches Magma das Grundwasser zum Kochen und stößt es unter gewaltigem Druck an die Erdoberfläche, wo es in rhythmischen Dampffontänen (soffioni) herausschießt. An anderen Stellen tritt kochendes Wasser brodelnd aus und bildet große Schlammpfützen (lagoni). Das Wasser enthält Bor und Schwefel.

Der Name des Gebietes geht auf das Mittelalter zurück. Eine Stelle in Dantes erstem Buch der Divina Commedia – Inferno – beschreibt den „Dampf, den die Erde in ihrem Bauch hat“. Die Zeilen legen nahe, dass der Florentiner dieses Gebiet gekannt hat. Das Zischen der Dampffontänen, das Blubbern und der Schwefelwasserstoffgestank der schlammigen Tümpel mögen den Dichter inspiriert haben. So hat man sich in jenen Zeiten den Eingang zur Hölle vorgestellt.“

„Bereits die Etrusker gewannen römischen Quellen zufolge Bor aus den heißen Tümpeln, das sie als Medizin sowie zur Glasur ihrer Keramiken brauchen konnten. Im Mittelalter vertrieben Händler aus Volterra Schwefel, Alaun und Vitriol.“

Wahnsinn, was für eine Location.

Ganz im Sinne von „Tal des Teufels“ steigt hier unaufhörlich heißer Dampf aus dem Boden empor. Streng und übel nach Schwefel riechender heißer Dampf, der das ganze Gebiet außerirdisch erscheinen lässt.

Einfach traumhaft wie sich das Gebiet vor mir erstreckt und ein Vorrecht, meine große Leidenschaft, das Biken, damit verbinden zu können. Denn hier darf man sogar offiziell Rad fahren und man muss sich nicht verstecken. Freeriding in Reinstkultur und genau das, wovon ich Tag für Tag träume und wozu ich die Welt bereise. Biken an ungewöhnlichen Orten und Biken in Verbindung mit schönster und reinster Natur. Hier kann man schon fast von Kunst sprechen. Bike-Art sozusagen.

Einfach atemberaubend- Hikes bei denen man sich vorkommt wie am Weg nach Mordor aus dem Film „Der Herr der Ringe“.

Erste Test-Rides auf unendlich losem Untergrund, mit teils sehr wenig Sicht aber wahrlich magischer Stimmung.

Tiefer hinein nach „Mordor“ stoßen wir dann auf weitere spannende Locations.

Steile Abfahrten, mächtige Gegenhänge und hügelige Transfers machen dieses Gebiet zu einem unglaublichen Spielplatz inmitten von heißer dampfender Erde. Wow, was für ein Erlebnis.

Und siehe da, sogar ein Bike Trail windet sich nicht weit von dort durch die Wälder und endet in einem schier von Gottes Hand gebautem Wallride-Und das im Tal des Teufels.

Ich sag es euch ganz ehrlich: Es zahlt sich jedes Mal aufs Neue aus, die Welt mit dem Bike zu erkunden und auf die Suche nach dem Außergewöhnlichen zu gehen. Denn man lebt nur einmal und Manches muss man einfach gesehen und erlebt haben. Mit Van und Bike durch die Welt. Making Memories – Not Money.

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal,
Euer Hannes

Über den Author

Hannes Klausner

Ein nimmermüder Freerider, der stets das Abeneteuer und die besondere Momente sucht - und deshalb mit klassen Geschichten und eindrucksvollen Fotos heimkehrt.

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