Drei Bikes in einem

Michael PfuisiMaterial

Trek Fuel Gen 7

Fotos: Trek / Markus Frühmann

Mit der Fuel-Familie hat Trek nicht nur ein Rad vorgestellt, sondern eine komplette Produktpalette. Drei Federwegs-Optionen, mit und ohne Motor, verschiedene Laufradgrößen und so weiter. Da ist für jede:n was dabei.


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Wer bin ich?

Selten war diese Frage so schwer zu beantworten – im Grunde genommen das eine Bike für alles. Das hört man zwar bei vielen Radln, doch selten deckt eine Rahmenplattform einen so breiten Bereich ab, wie die des neuen Trek Fuels. Denn eigentlich handelt es sich um drei verschiedene Modelle und eine Elektro-Variante mit ebenfalls drei Modellen. Lediglich am Suffix lässt sich das 145mm Federweg-Gerät von dem mit 150 oder 160mm unterscheiden. Hört sich ein bisserl kompliziert an, soll das Wirrwarr an verschiedenen Modellnamen aber vereinfachen.

Das kurzhubigste Modell hört auf den Namen Fuel EX und ist im Grunde eine aktualisierte Version des 2022 erschienenen Fuel EX, das ein rundum beliebtes Bike war und ist. 145mm Federweg am Heck gepaart mit einer 150mm Gabel machen es wohl zum besten Allrounder im Portfolio.

Trek Fuel EX

Das Fuel LX bietet den meisten Federweg mit 160mm hinten und 170mm vorne, rein am Papier kommt es dem Slash damit schon sehr nahe – abgesehen vom High-Pivot-Hinterbau des Enduros.

Trek Fuel LX

Zwischen EX und LX kommt MX. Das steht wie bei vielen anderen Marken auch bei Trek für eine Mullet-Konfiguration und 150mm am Heck. Die vielen Optionen mit nur einem Rahmen möglich machen die unterschiedlichen Umlenkungen und Dämpferaufnahmen, die Trek auch als Umbaukits anbietet. Legt man sich die Kleinteile und passenden Federelemente zu, hat man drei verschiedene Radln in der Garage – mit nur einem Rahmen.

Trek Fuel MX

Im Stand

Das Fuel als ein Rad vorzustellen, ist praktisch unmöglich. Neben mit oder ohne Motor, LX, MX, oder EX hat jedes Modell auch noch acht Ausstattungsvarianten mit Alu- bzw. Carbonrahmen. Sowohl EX als auch die LX Modelle kommen mit 29-Zoll-Bereifung, lediglich bei den MX-Rädern setzt man auf das kleinere 27,5 Zoll-Hinterrad. Die komplette Produktpalette des Fuels findet man hier. Bei so vielen Möglichkeiten ist wohl für jede:n das richtige Rad dabei.

Wer bei den Bikes den Motor vermisst, muss an den Namen nur ein „+“ anhängen. Alle drei Fuel-Modelle gibt es dann als Leicht-E-Bikes. Der TQ HPR60 Motor liefert 60 Nm Drehmoment und zusätzlich ein natürliches und geräuscharmes Fahrgefühl, wie wir bereits beim Trek Slash+ feststellen konnten. Die Akkukapazität umfasst 580 Wattstunden und kann mit einem 160 Wh Range-Extender noch erweitert werden. Die Geometrie verändert sich zwischen Elektro- und Nicht-E-Modellen nicht.

Trek Fuel Gen 7

In Bewegung

Trek Fuel MX Kenda Trailbrunch Trailcenter Wien
Macht vom ersten Meter an Spaß.

Wir hatten im Herbst kurz die Möglichkeit ein paar Runden am Trek Fuel in der MX-Version zu drehen. Ob der grausligen Bedingungen hatten wir fast ein bisserl ein schlechtes Gewissen, die neuen und wirklich edel ausschauenden Radln einzsauen. Wer den Gatsch im Wienerwald bei Nässe kennt, der kann unsere Befürchtungen sicher nachvollziehen.

Was – neben der Optik (Gloss Dark Carmine und Gloss Chameleon Green sind wirklich geile Farben) – sofort auffällt: das Radl fühlt sich richtig leicht an. 14,38 kg veranschlagt Trek am Papier für das Fuel MX. Für heutige Enduro-/Trailbike-Verhältnisse eine Feder.

Erfreulicherweise fährt es sich auch dementsprechend. Leichtfüßig und verspielt. Und das heißt im pickigen Trailcenter Wien-Gatsch schon sehr viel. Darüber hinaus sind die Fahreindrücke von der Schmiere am Trail gedämpft (oder besser geseift). Trotz der Rutschpartie lässt sich aber sagen, dass man das Fuel sehr schnell in der Hand hat. Es fühlt sich auf Anhieb vertraut an. Selbst wenn man weiß, dass man auf der Rodlbahn – aka Spompanadln – bei diesen Bedingungen die Kontrolle abgeben wird, traut man sich mit dem neuen Trek-Allrounder beherzt reinstarten.

Trek Fuel MX Kenda Trailbrunch Trailcenter Wien
Und fördert das Selbstvertrauen.

Preis & Leistung

Die schiere Anzahl an Modellen hat neben den breiten Auswahlmöglichkeiten auch die Folge, dass preislich für jede:n was dabei ist. Mit € 2.499,- bekommt man die günstigste Ausstattungsvariante des Fuel EX, das Topmodell mit RockShox Ultimate Fahrwerk, Carbon Laufräder, SRAM XO Transmission wechselt für € 8.599,- den Besitzer.

Die MX und LX Modell starten bei 5.699€ und 5.499€ und kommen allesamt mit einem sinnvollen Buildkit mit Fox Factory 38 Gabeln und Alu-oder Carbonrahmen. Die komplette Modellpalette findet man hier.

Peter Kaiser hat sich sein Fuel MX mit viel Bling-Bling aufgebaut.

Geometrie

Bei der Geometrie hat sich Trek nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt, sondern eher auf verfeinern anstatt experimentieren gesetzt. Im Vergleich zum Vorgängermodell setzt man hier über alle Varianten hinweg auf mehr Stack, eine mitwachsende, größenspezifische Kettenstrebenlänge und noch mehr Einschubtiefe für Dropper Posts. So passt auch in einen Medium-Rahmen eine Sattelstütze mit 200mm Hub.

Über einen FlipChip in der unteren Dämpferaufnahme lässt sich zudem die Progression des Hinterbaus verändern und die Option auf einen Stahlfederdämpfer kommt dazu. Wie bereits erwähnt, lassen sich die Modelle mit dem Austausch von Wippe und Dämpferaufnahme auf die jeweils anderen Plattformen umbauen – die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. Und dass man bei einem Trek ein Staufach im Unterrohr bekommt, ist mittlerweile Standard.

Durch das breite Einsatzgebiet des Fuels dank der vielen Modelle, ist auch die Geometrie nicht eine, sondern ganz schön viele. Die FlipChips, Mullet-Möglichkeiten und verschiedenen Wippen machen die Liste an möglichen Geometrie-Konfigurationen noch länger. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Werte im Vergleich zu anderen Bikes im selben Federwegbereich zumindest am Papier ähnlich sind. Zur vollständigen Übersicht der Geodaten kommt man hier.


Wer will mich?

Wem FlipChips und verstellbare Steuersätze zu wenig Verstellmöglichkeiten bieten. Scherz beseite: Mountainbiker*innen, die gern vielseitig unterwegs sind und die ein bissl schrauben nicht abschreckt, finden im Trek Fuel eine Plattform wie Hobby-Bastler einen Rasperry Pi. Das Gleiche beim Fuel+ für Leute, die Unterstützung suchen.


Trek Fuel Gen7

Preisvon € 2.499,- bis € 8.699,-
Federweg150-170mm vorne & 145-160mm hinten
Laufräder29 Zoll (EX & LX) / Mullet (MX)
RahmenmaterialAlu oder Carbon
Gewicht14,08 bis 17,79 kg (Herstellerangabe)
GarantieLebenslang für Erstbesitzer, 3 Jahre ab Kaufdatum für nachfolgende
Gleiche Liga:Specialized Stumpjumper EVO, Mondraker Foxy
Über den Author

Michael Pfuisi

Noch recht frisch in der Bike-Szene, aber schon vollkommen von diesem Enduro-Virus befallen. Das zeigt seine Trailpartie-Süchtelei inkl. Prolog-Erfolgen. Die Grazer Trails sind sein Heimrevier, das er immer öfter für Stages mit Zeitnehmung verlässt.

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