Fotos: trailpulse
Das oberösterreichische Unternehmen trailpulse hat ein Zählsystem entwickelt, das unsichtbar misst, wer, wann und in welche Richtung am Trail unterwegs ist.
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Zahlen sind eine harte Währung. Oft härter als Gold/Geld. Das gilt auch für Trails und haben diejenigen meist erfahren, die sich um legale Mountainbike-Wege bemühen. „Wie viele Leute sind denn da auf eurem Mauntainbeik-Träl unterwegs?“ oder „Da fahren sicher vielen in der Dämmerung!“ sind Aussagen, die man hört, wenn man mit sich für offizielle MTB-Infrastruktur einsetzt. Wer da mit Fakten dagegenhalten kann, ist klar im Vorteil.
Aus diesem Gedanken heraus ist trailpulse entstanden. Gründer Sebastian Hochgatterer kennt die Situation aus der Einleitung selbst von seinem Einsatz bei MTB Linz. Da er sich mit digitalen Systemen auskennt, hat er sich gemeinsam mit Entwickler (und Biker) Harald Gschwandtner hingesetzt und eine Lösung für die Faktenlosigkeit von Trails geschaffen.
Unsichtbar zählen
Das besondere an trailpulse ist, dass es unsichtbar zählt. Druckmatten werden im Trail vergraben, wo sie durch die Vibrationen erkennen, ob es sich um einen Mountainbiker oder eine Wandererin handelt, in welche Richtung diese*r unterwegs ist und natürlich zu welcher Uhrzeit. Lässigerweise funktioniert das auch, wenn Biker oder Wanderer in Gruppen unterwegs sind. Da dürfte also schon ein bisserl Tüftelei hineingeflossen sein.

Die Unsichtbarkeit von trailpulse hat – abgesehen von der Ästhetik – ein paar Vorteile. Wenn keiner weiß, wo es ist, kann es nicht manipuliert oder vandalisiert werden. Im Gegensatz zu anderen Systemen haben die Drucksensoren außerdem kein Problem mit verschiedenen Rahmenmaterialien und auch keine Kameras, die den Datenschutz verletzen könnten. Installiert werden kann das Zählsystem von jedem Trailbauer selbst werden, ist quasi prompt einsatzbereit und jahrelang wartungsfrei (die Batterie hält zw. 1,5 und 4 Jahren).

Voll im Einsatz
Die Zählsysteme von trailpulse sind dem Ideenstadium längst entwachsen und bereits voll im Einsatz. UpperTrails, Burgenland-Trails, Schladming-Dachstein, das Salzkammergut, mtb9020 und die Green Trails in Deutschland zählen drauf. Die gesammelten Daten werden in eine europäische Cloud gespeichert, wo sie jederzeit von den Zuständigen der oben genannten Organisationen per Internetbrowser analysiert werden können. Im Dashboard ist recht schnell ersichtlich, wo Stoßzeiten sind oder wie viele Nutzer*innen in einem Zeitraum unterwegs waren.

Vereinsaktion
Fakten sind in der Argumentation mit Stakeholdern kostbar. Aus diesem Grund stellt trailpulse stark vergünstigte Zählsysteme für ehrenamtliche MTB-Vereine in Österreich zur Verfügung. Die Kosten belaufen sich auf € 750 für die Hardware (einmalig) und € 250 jährlich für Dashboard, Datenbereitstellung und Betrieb. Mehr dazu auf der trailpulse Webseite.
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