Fotos: Patrick Wasshuber
Am vergangenen Wochenende fand die zweite Trailpartie des Jahres auf der Reiteralm statt – mit Lift, viel Bergabzeit und jeder Menge Gaudi.
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Die Reiteralm Trails werden oft ein bisserl wie der kleinere Bruder vom Bikepark Schladming behandelt, der nur rund 15 Autominuten entfernt liegt. Am Wochenende haben sie aber gezeigt, dass dem nicht so ist und die Wegerl vor Ort richtig was draufhaben. Denn während Schladming vor allem mit sehr viel Federweg am meisten Spaß macht, kommt man auf der Reiteralm auch mit dem Trailbike voll und ganz auf seine Kosten – perfekt also für eine Trailpartie.
Das haben sich auch 144 Starter:innen gedacht, die am Wochenende zum zweiten Stopp der wohl spaßigsten Rennserie im Alpenraum erschienen sind. Ein weiterer Grund für die gut gefüllten Ergebnislisten, war aber bestimmt auch das Wetter. Denn während die Prognose die Woche vor dem Event eher durchwachsen aussah, drehte sich diese am Freitag um 180 Grad und die Regenjacke wich der Sonnencreme.
Neben dem Novum der ersten liftunterstützen Trailpartie dürfte es bis dato auch die Längste gewesen sein. Die Tagesbestzeit lag nämlich bei 13:28 Minuten. Dazu, dass diese Zeit für die gewohnte Trailpartie-Fraktion aber eher wenig aussagekräftig ist, kommen wir später noch. Der Kurs erstreckte sich auf fünf Stages, knappe 20 Kilometer und rund 1.200 Tiefenmeter. Die regnerischen Bedingungen die Tage vor dem Rennen sorgten zudem noch für einen ang’saftelten Boden, der einen eher ent- als beschleunigen wollte. So war auch auf den Stages eine vorhandene Fitness klar vom Vorteil. Doch fangen wir erst von Vorne an.
Samstag
Der Samstag ist traditionell für das Training und den Prolog reserviert. Durch den vorhandenen Lift auf der Reiteralm standen statt reinem Rennkurstraining aber eher Party-Laps auf dem Programm der meisten Teilnehmer:innen. Apropos Teilnehmer:innen: Am Freitag war die Zahl der Anmeldungen nur knapp dreistellig, Samstag Mittag jedoch schon bei rund 150. Das gute Wetter und die feinen Stages haben anscheinend doch noch einige Wackelkandidat:innen überzeugen können mitzufahren. Unter den Spontanentschlossenen fand sich auch ein gewisser Slawomir Łukasik wieder, seines Zeichens Enduro Weltcup Gesamtsieger aus dem Vorjahr. Und ja, die schon oben erwähnte Tagesbestzeit wurde von ihm eingefahren.
Die Wegerl waren zum Zeitpunkt des Trainings teilweise noch g’scheit nass – wirklich gestört hat das aber niemanden. Die eingesauten Radln waren nämlich dank den, mit Peaty’s Bikecleaner gut bestückten Waschstraßen im Handumdrehen wieder sauber und wer statt dem eigenen vertrauten Zweirad einmal ein andares ausprobieren wollte, konnte auch ein paar Runden mit einem Zerode Demobike vom Anda Cycling Collective drehen. Dank den beiden Seriensponsoren vor Ort, kam am Wochenende nämlich sogar ein bisserl Expo-Vibe auf.

Und auch beim Prolog ging es darum, auf fremdem Material unterwegs zu sein. In Zweierteams wurde um die Zeit gefahren – aber nicht die schnellste sondern viel mehr die Gleiche. Das Team, welches den kurzen Kurs mit dem geringsten Zeitunterschied untereinander bestreiten konnte, gewann. Der Clou dahinter: der fahrbare (oder auch nicht) Untersatz wurde gewürfelt. Die Optionen waren das Zerode Downhillrad, ein edles Starling Stahl-Bike, ein Mini-BMX oder die Hobby-Bike Variante: per pedes mit Burtec-Lenker! Beendet wurde der Samstag nach dem Prolog und der dazugehörigen Siegerehrung mit einem gemeinsamen Party-Train bis runter zur Talstation.


Sonntag
Sonntag ist und bleibt Renntag – auch bei der Trailpartie. Stress gibt’s gab’s jedoch keinen und so startete der Tag offiziell erst um 11:15 mit der Fahrer:innenbesprechung und 15 Minuten später dem Rollout. Der erste Transfer wurde per Lift erledigt, die restlichen knapp 600 Höhenmeter jedoch aus eigener Kraft. Die Stages selbst hatten es in sich. Treten, pumpen, Kurverl fahren und teilweise bisserl umawiagn– richtig Enduro halt, getaugt hats dann aber allen und der Trailpartie-typische Grinser war allgegenwärtig.

Das Rennen bei den Damen war im Vorfeld schon ein Spannendes. Die drei Favoritinnen landeten schlussendlich auch auf dem Podium und die Platzierungen hätten eindeutiger nicht sein können. Denn über alle Stages hinweg war die Reihung der Top Drei dieselbe. Hanna Hüttenmeyer fuhr fünfmal die schnellste Zeit ein und dadurch auch den Gesamtsieg. Zweite wurde Melissa Jenull und am dritten Platz landete Elena Hofegger.
Bei den Herren war das Rennen um Platz Eins ein bisserl vorhersehbarer. Slawomir Lukasik aus Polen, einer der schnellsten Endurofahrer der Welt, fuhr dem restlichen Feld um die Ohren und schnappte sich, wie schon Hanna bei den Damen, jeden individuellen Stagesieg. Leider musste er schon vor der Siegerehrung abreisen – den Pokal werden wir ihm nächste Woche in Leogang aber nach-überreichen. Auf dem zweiten Platz direkt dahinter landete Philipp Döller.

Die Trailpartie geht jetzt erstmal in die Sommerpause, bevor im Herbst das dritte und letzte Rennen der Saison 2026 stattfinden wird. Mehr Infos zum nächsten Stopp gibt es in den nächsten Wochen.
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