Ein Schloss ohne Schlüssel

Christoph Berger-SchauerMaterial

pewag Serea Schloss

Fotos: Design & Innovation Award

Das Serea Fahrradschloss von pewag kommt ohne Schlüssel aus und wird per Smartphone auf- und zugesperrt.


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pewag? Die mit den Schneeketten? Exakt die! Die machen Fahrradschlösser? Jep, unter dem Namen Serea bietet das österreichische Traditionsunternehmen Raldschlösser an.

Dass eine Kettenmacherei robust Fahrradschlösser hinbekommt, das ist naheliegend. Wenn man schon Schneeketten für Busse und Lastwagen produziert, dann sollte ein widerstandsfähiges Radlschloss ein Kinderspiel sein. Das pewag Schloss ist aber mehr, als eine kräftige Kette in fescher Aufmachung.

Für das Serea gibt’s nämlich keinen Schlüssel im herkömmlichen Sinn. Ent- und versperrt wird mittels Smartphone. Einfach Handy ans Schloss halten – zack – aufgesperrt. Der Vorgang funktioniert mittels NFC-Chip im Smartphone, der einerseits sicherstellt, dass App und Schloss zusammenpassen und andererseits den Hauch an Strom zur Verfügung stellt, den das Schloss für den Ver-/Entriegelungsvorgang braucht. Das Schloss selbst besitzt nämlich keine Batterie und muss demnach nie aufgeladen werden.

pewag Serea Schloss
So wird aufgesperrt.

Einzig beim Handy sollte man den Akku nie leer laufen lassen, wenn man sein Radl aufsperren will. In Zeiten, wo man mit dem Smartphone an der Supermarktkassa zahlt, den Wecker stellt und vl. sogar das Auto aufsperrt, passiert einem das aber vermutlich mittlerweile selten.

Die Sache mit dem Schlüssel hat sich über Jahrhunderte (?) bewährt, warum ein „smartes“ Schloss? – Könnte man sich jetzt fragen. Weil es ein paar Vorteile hat. Das erste Argument ist der Diebstahlschutz. Kein physisches Loch für den Schlüssel, keine Möglichkeit es als geschickter Dieb mit einem Dietrich o.ä. zu knacken. Das zweite Argument ist ein praktisches: Man kann den Zugang mit anderen Personen teilen. Ich könnte bspw. mein Fahrrad abstellen, damit es mein Kollege später mitnimmt. Dazu schicke ich ihm einfach die Freigabe – dauerhaft oder zeitlich begrenzt. Das Serea Schloss führt eine Entsperrhistorie, die Nutzung und Standort aufzeichnet, damit alles nachvollziehbar bleibt.

Das Serea gibt’s in zwei Ausführungen. Swift (Sicherheitskategorie Sold Secure Bronze) ist leichter (1,4kg) und flexibler, Bold (Sold Secure Silver) stärker (2,2kg) und robuster. Beide gbit’s in 100 und 125 cm Länge, in orange und schwarz. Alle Ausführungen kommen – pewag sei Dank – als robuste Kette ummantelt mit einem Spezialgewebe, das Kratzer am Radl verhindert aber auch gegen Bolzenschneider & Co schützt.

Serea Swift mit 6mm Kette
Serea Bold mit 8mm Kette
Über den Author

Christoph Berger-Schauer

Dicke Schlappen, schmale Reifen, bergauf, bergab – ist für alles zu begeistern, nur flach darf es nicht sein. Unbekehrbarer Fahrrad-Afficionado, seit einiger Zeit vom Enduro-Virus befallen. Schreibt nieder, was andere nicht in Worte fassen können.

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