Der längste Flowtrail Tirols

Christoph Berger-SchauerSzene

Kirchberg Trail

Satte 10 Kilometer ist der Kirchberg Trail der 360° Flow Trails lang.


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Letzten Freitag – am 5. Juni – ist in den Kitzbüheler Alpen ein ziemlich stattliches Projekt eröffnet worden. Zur Eröffnungszeremonie fanden sich deshalb die Spitzen der Lokalpolitik, der Spitzen der Tourismusverbände, die Grundeigentümer und nicht eine, sondern gleich zwei Geistlichkeiten ein. Der Protagonist, wegen dem alle gekommen waren: der Kirchberg Trail. Mit 10 Kilometern Länge und etwas über 1.000 Tiefenmetern ist er nun der längste Flowtrail in Tirol. 1,5 bis 1,6 Millionen Euro hat die Infrastruktur gekostet.


Zahlen sind nicht alles

Die Zahlen sind massiv. Es geht aber nicht allein um die Fakten. Vielmehr ist es der Fakt, dass der Kirchberg Trail jetzt wirklich umgesetzt wurde. Sieben Jahre suchte man nach einer möglichen Verbindung von der Fleckalm Bergstation bis zur Gaisberg Talstation. Nur so kann eine Bike-Schaukel in der Region entstehen. Nur so gibt’s ein echtes Commitment den Weg zur Bike Destination weiter zu beschreiten.

Dort wo der Kirchberg Trail jetzt liegt, ist die einzige Trasse, die möglich war. Links und rechts davon gab’s am Berg topographische Hindernisse, naturschutztechnische No-Gos oder keine Konsensbereitschaft. Für den jetzigen Korridor haben 12 Grundeigentümer ja gesagt und den längsten Flowtrail im Heiligen Land ermöglicht.

Beeindruckend ist auch, in welcher Geschwindigkeit der Kirchberg Trail herausgestampft wurde. Der Naturschutz stellte dank dem Haselhuhn die Prämisse auf, dass nur von 15. Juli bis zum ersten Schnee mit Gerät gearbeitet werden darf, woraus sich die Frage ergab: Erst im Herbst 2026 eröffnen oder voll reinhackln und im Frühsommer aufmachen? Das eingangs erwähnte Eröffnungsdatum gibt die Antwort auf die Frage. Mehrere Trailbaufirmen arbeiteten ab dem 15. Juli Vollgas und schafften zum ersten Wintereinbruch eine Punktlandung. Die letzten Holzelemente wurden im kalten, weißen Gold aufgebaut. „Ein Tag später wär sich nicht ausgegangen“, meint Luca von Allegra.

So schaut er aus, der längste Flowtrail Tirols.

Was bedeutet der Kirchberg Trail für Biker*innen?

Für Fahrer*innen bedeutet der Kirchberg Trail erstmal 20+ Minuten Trailzeit. So viel Zeit braucht man nämlich bis man von 1.778 Metern an allen Gasthäusern und Almen vorbei auf 844 Metern landet. Der Kirchberg Trail verbindet praktischerweise die Fleckalm mit dem Gaisberg. So kann man jetzt in Kitzbühel starten, mit der Hahnenkammbahn rauffahren und über die Fleckalm weiter zum Gaisberg – und dazwischen alle Strecken mitnehmen, die’s von diesen drei Bergen gibt.

„Schon wieder ein Flowtrail“, haben einige angesichts der ersten Fotos vom Kirchberg Trail moniert. Ja, schon wieder ein Flowtrail. Einer, der Berge miteinander verbindet. Außerdem hat die Region bisher viel mehr technische Trails auf der Habenseite als Flowtrails. Weiterer lässiger Side Effect: der Fleckalm Trail ist um knapp 0,8 km nach oben verlängert worden, der soll außerdem auch nach unten hin noch verlängert werden und für die Zukunft sind auch entlang vom Kirchberg Trail ein paar Enduro-Passagen angedacht.

Über den Author

Christoph Berger-Schauer

Dicke Schlappen, schmale Reifen, bergauf, bergab – ist für alles zu begeistern, nur flach darf es nicht sein. Unbekehrbarer Fahrrad-Afficionado, seit einiger Zeit vom Enduro-Virus befallen. Schreibt nieder, was andere nicht in Worte fassen können.

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