Bike-Infrastrukturfonds von INTERSPORT

Ole KliemLesestoff, Szene

Intersport Bike-Infrastrukturfonds Sender-Trail Judenburg Max Trafella

Fotos: Ole Kliem

Nur Radl verkaufen, reiche nicht, hieß es damals von INTERSPORT, als vor einem halben Jahr der Bike-Infrastrukturfonds ins Leben gerufen wurde. Zu oft noch wird das Rad nach Feierabend ins Auto gehievt, um die letzten Sonnenstunden auf den teils weit entfernten, legalen Trails zu verbringen, obwohl die umliegenden Berge und Hügel bequem mit dem Bike zu erreichen wären.

Der Bike-Infrastrukturfonds soll genau dort ansetzen: Wenn sich schon nichts auf politischer Ebene ändert, müssen eben die vielen kleinen Projekte und Bemühungen unterstützt werden, sodass die Thematik die verdiente Aufmerksamkeit bekommt.


Was genau ist der Bike-Infrastrukturfonds?

Unter dem Hashtag #buildtrailsnotrestrictions verspricht INTERSPORT finanzielle Unterstützung für Projekte, die sich um den Ausbau bzw. die Verbesserung der österreichischen Bike-Infrastruktur bemühen. Das inkludiert Singletrails, Trailcenter, Cross-Country-Strecken, Pumptracks, uvm..

Die Höhe der Förderung hängt vom eingereichten Projekt ab und wird individuell, intern und in Rücksprache mit den BewerberInnen entschieden. Auch die Antwort auf die Frage wer sich bewerben kann, ist schnell beantwortet. Alle und dazu zählen:

  • Privatpersonen
  • Vereine
  • Gemeinden
  • Initiativen
  • Liftgesellschaften

An alle, die jetzt schon hektisch in ihre Whatsapp-Gruppen tippen: Keine Angst, es besteht keinerlei Zeitdruck. Das ganze Jahr über besteht die Chance auf eine Förderung. Ihr könnt euch also jederzeit bewerben.

Eine kleine Gruppe bei INTERSPORT – darunter Geschäftsführer, Thorsten Schmitz (zigfacher iXS Cup-, Crankworx- und Masters Downhill WM-TEilnehmer) selbst – diskutieren anhand nachvollziehbarer Kriterien über die eingehenden Bewerbungen und entscheiden über eine mögliche Zusage. Wir haben euch die Kriterien des Bike-Infrastrukturfonds einmal zusammengetragen:

  • Planungsstatus 
    Wie weit fortgeschritten ist euer Projekt? Ist die Umsetzbarkeit des Projekts gegeben? Wurden erste Genehmigungen eingeholt oder sind erste Zusagen getroffen worden?
  • Finanzierungstatus
    Welche Kosten und in welcher Höhe sind zu erwarten? Zur Erinnerung: Der Bike-Infrastrukturfonds ermöglicht keine Vollfinanzierung.
  • Nachwuchsförderung
    Wird euer Projekt auch ein jüngeres Publikum oder AnfängerInnen ansprechen?
  • Bestehendes Angebot in der Umgebung
    Gibt es in der näheren Umgebung bereits ein bestehendes Angebot?
  • Zugänglichkeit
    Wird die Sportstätte für alle zugänglich sein oder ist die Benutzung an eine Mitgliedschaft, etc. gebunden?
  • Befindet sich euer Projekt in Österreich?

Wie kann man sich bewerben?

Die Bewerbung ist simpel: Auf der Website findet ihr alle Infos, die ihr braucht. Von hier aus könnt ihr auch direkt zum Bewerbungsformular springen und euer Projekt vorstellen. Wir empfehlen euch eine kurze Präsentation auszuarbeiten, die zeigt, wer ihr seid und was ihr vorhabt. Auch erste eingeholte Angebote für Werkzeuge, Beschilderungen und/oder Trailbaukosten können helfen. Solltet ihr noch Fragen haben, könnt ihr euch auch einfach unter: bikeinfrastrukturfonds@intersport.at melden.


Premierenprojekt

Das erste Projekt, welches mit Hilfe des Bike-Infrastrukturfonds gefördert wurde, ist der kürzlich eröffnete Sender-Trail in Judenburg in der Steiermark. INTERSPORT beteiligte sich hier bei den angefallenen Trailbaukosten. Hand in Hand arbeiteten hier die umliegenden Gemeinden, der MTB Koordinator der Steiermark Markus Pekoll, freiwillige HelferInnen, die Initiative MTB Murtal und das Trailbau-Team um den ehemaligen Worldcup Fahrer Manuel Gruber den Sommer durch. Bereits während des Baus war INTERSPORT vor Ort, um ein paar Eindrücke einzufangen:

Vom Fuße des Sendemasts, der die passende Namensgrundlage des Sender-Trails lieferte, führt nun ein 2,92 km langer Singletrail auf dem Rücken des Reiflingecker Stadtwalds bis zum Erlebnisbad Judenburg.

Der Sender-Trail ist in drei Schwierigkeitsabschnitte eingeteilt, von denen jeder separat befahren werden kann. Die Auffahrt erfolgt vom Schnürerparkplatz (Abzweigung Seetalstraße und Zufahrtsweg Schnürer). Für die rund 300 hm braucht man ca. 25 Minuten. Oben angekommen, erwartet euch neben einer Terrasse mit Blick auf die umliegenden Gipfel der oberste Einstieg zum Trail.

INTERSPORT möchte aber mehr, als „nur“ finanzielle Unterstützung zusichern. Zu oft noch gibt es gerade beim Umsetzen und Bike-Projekten Vorurteile, Trugschlüsse und Annahmen, die aus dem Weg geräumt werden müssen. Aus diesem Grund werden immer wieder ProtagonistInnen vor Ort interviewt, die Einblicke in die Projekte und ihre Tätigkeiten liefern.

Vor Ort in Judenburg haben sich die Trailbauer Manuel Gruber und Max Trafella, sowie die Initiative MTB Murtal mit Wolfgang Moitzi bereit erklärt, INTERSPORT einen Einblick in ihre Arbeit zu gegeben und ihre Ziele und Wünsche zu teilen.

Wenn eurerseits noch Fragen zum Bike-Infrastrukturfonds bestehen, könnt ihr diese direkt an bikeinfrastrukturfonds@intersport.at stellen. In diesem Sinne #builtrailsnotrestrictions

Über den Author

Ole Kliem

Wenn ich nicht gerade im Dreck liege, um BikerInnen zu fotografieren oder ihre Storys zu Papier zu bringen, ziehe ich die Fäden der österreichischen Fischbrötchen Mafia.

Artikel teilen