Foto: Omar Ramadan / Pexels
Bei Autos, Elektronik und Bekleidung ist es Standard, bei Fahrrädern noch weniger: Auf Online-Marktplätzen kaufen. Vorrangig gebraucht, manchmal neu, auf jeden Fall digital. Wir haben uns in der Welt der Fahrrad-Marktplätze umgeschaut.
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Vorab: Es gibt richtig viele Möglichkeiten, Räder online ein- und verzukaufen. Die Auswahl an Fahrrad-Marktplätzen ist mittlerweile ordentlich. Die Plattformen ähneln sich in vielen Punkte, Unterschiede gibt es auch zuhauf. Vor allem was Angebot und Service betrifft.
Fahrrad-Marktplätze im Überblick
| Fahrrad-Marktplatz | Angebot | Qualitätscheck | Sicherheit | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Bikeboard.at Börse | ◾◾◾ Fahrräder ◾◾◾ in Österreich ◾◾◾ (E-)MTBs | – | Bewertungen | Österreich-Focus |
| Bikeflip | ◾◾◾◾◾ Fahrräder ◾◾◾◾ in Österreich ◾◾◾◾◾ (E-)MTBs | Zustandskategorisierung, Refurbished-Check | Käuferschutz, versicherte Lieferung | innovative Bikeflip Box, Marktplatz für Komponenten & Ausrüstung |
| Buycycle | ◾◾◾◾◾ Fahrräder ? in Österreich ◾◾◾◾ (E-)MTBs | Zustandskategorisierung | Käuferschutz, versicherter Versand | große Auswahl (auch generell an Sportequipment) |
| e-action | ◾◾◾ Fahrräder ◾◾◾ in Österreich ◾◾◾ (E-)MTBs | Zustandsbeschreibung, Check durch Händler | Händlergewährleistung | Leasingrückläufer |
| JobRad Loop | ◾◾◾◾ Fahrräder – in Österreich ◾◾◾◾ (E-)MTBs | Zustandskategorisierung, Check durch Händler | Händlergewährleistung | Leasingrückläufer |
| MTB-News.de Bikemarkt | ◾◾◾◾ Fahrräder ◾◾◾ in Österreich ◾◾◾ (E-)MTBs | Zustandskategorisierung | postalische Identifizierung (optional), Vertrauensnetzwerk, Bewertungen | Nerd-Community, dementsprechende Offerte |
| Radbazar.at | ◾◾◾◾ Fahrräder ? in Österreich ◾◾ (E-)MTBs | Zustandskategorisierung | Verifizierung, Transaktion mit Treuhandfunktion, versicherter Versand | Mix aus privaten & gewerblichen Anzeigen |
| Radlmarkt | ◾◾◾ Fahrräder ◾◾◾ in Österreich ◾◾ (E-)MTBs | Zustandskategorisierung | – | interessante Angebote |
| Rebike | ◾◾◾◾ Fahrräder – in Österreich ◾◾◾◾ (E-)MTBs | Zustandsbeschreibung, Aufbereitung | Händlergewährleistung | Leasingrückläufer |
| refurbed | ◾◾◾◾ Fahrräder ? in Österreich ◾◾◾◾ (E-)MTBs | Zustandskategorisierung, Check durch Händler | Händlergewährliestung | Plattform für Händler |
| Velomarkt | ◾◾◾◾ Fahrräder ◾ in Österreich ◾◾◾ (E-)MTBs | Zustandskategorie | – | Schweiz-Focus |
| willhaben | ◾◾◾◾◾ Fahrräder ◾◾◾◾◾ in Österreich ◾◾◾◾◾ (E-)MTBs | Zustandskategorisierung | – | großes Angebot (vor allem in Österreich) |
Bikeboard.at Börse
Das Bikeboard ist eine Institution was das Mountainbiken und Rennradfahren in Österreich angeht. Dem Forum angehängt ist – seit einer gefühlten Ewigkeit – die Bikeboard.at Börse. Das Angebot ist überschaubar, allerdings sehr stark Österreich-lastig. Es umfasst alle Arten von Rädern, Teile und Bekleidung.
Die Kaufabwicklung wird gänzlich den handelnden Parteien überlassen. Im Gegensatz zu anderen Plattformen hat sich hier eingebürgert, dass man die Telefonnummer ins Inserat schreibt. Durch Nutzer-Bewertungen kann man abschätzen, ob man es mit Mr. oder Mrs. Serious zu tun hat.
buycycle
Wurscht ob Fahrrad oder Padel-Schläger – auf buycycle findet man (obwohl der Name etwas anders suggeriert) ziemlich jedes Sportequipment. Über 90.000 Anzeigen im Bereich Fahrräder ist eine Ansage. Allerdings ist es fast ein Ding der Unmöglichkeit herauszufinden, welche Inserate aus Österreich stammen. Das soll laut dem Münchener Unternehmen aber auch kein Thema sein –
Käufer und Verkäufer werden auf der Plattform geschützt. Das kommt allerdings mit einem Preiszetterl. Zwischen 1,5 und 7,5% vom Verkaufspreis werden im Falle des erfolgreichen Abschlusses fällig. Teilweise auf beiden Seiten. Das Geld wird dafür erst ausbezahlt wenn beide Parteien sagen, dass alles passt. Gut zu wissen: (Ver-)Käuferschutz gibt es nur bei Versand. Sobald das Rad/Teil vor Ort abgeholt wird, entfällt er. Inserieren ist kostenlos und für den Versand von Fahrrädern und Rahmen bekommt man gratis einen entsprechenden Karton zugeschickt.
Bikeflip
Fabio Wibmer, Nikolai Holder und Andrea Maranelli waren es leid, sich für’s Kaufen und Verkaufen von Fahrrädern durch allgemeine Marktplätze und Foren zu wühlen. Darum erschufen sie den Fahrrad-Marktplatz Bikeflip. Und dabei scheinen sie wirklich an alles gedacht zu haben, was man sich als Biker*in wünscht. Das Angebot der italienischen Firma umfasst Privatverkäufer und gewerbliche Händler, alle Arten von Fahrrädern und sogar Komponenten und Bekleidung. Damit man darin nicht untergeht, sind die Filteroptionen reichlich und durchdacht. Die Plattform ist übersichtlich und intuitiv gestaltet und es gibt sie sogar als App. Alle Angaben sind überlegt (z.B. die Beschreibung des Zustands, Angabe der Vorbesitzer, etc.).
In Punkto Sicherheit hat man sich offenbar viele Gedanken gemacht. Die Angaben zum Fahrrad-Zustand lassen wenig Platz für Überraschungen. Mit dem Käuferschutz wird das Geld bei Bikeflip zwischengeparkt und erst an den Verkäufer ausbezahlt, wenn alles passt. Der Käuferschutz kostet 2,5% vom Verkaufspreis. Man kann den Kauf auch ohne Käuferschutz tätigen, dann sind 0,0 Euro fällig. Die Lieferung ist standardmäßig versichert und sollte es Troubles geben, übernimmt Bikeflip die Abwicklung mit dem Zustelldienst. Besser als eine Transportversicherung ist, wenn bei der Lieferung nichts passiert. Dafür wurde extra die Bikeflip Box entwickelt: ein durchdachter Versandkarton, der einen sicheren und kostengünstigen Versand ermöglicht. In der extra ausgewiesenen Kategorie „refurbished Bikes“ kann man aufbereitete, gebrauchte Fahrräder kaufen, ähnlich wie man das von gebrauchter Elektronik kennt.
Für Privatpersonen ist Bikeflip kostenlos und es gibt weder für Privat- noch Business-Accounts ein Limit an Inseraten. Im Falle des Verkaufs wird eine Gebühr von 3,5% vom Verkaufspreis fällig (mind. € 1,-, max. € 199,-), den sich Bikeflip einbehält. Darüber hinaus gibt es eine Variante für Business Nutzer, also beispielsweise Bikeshops, bei der zusätzliche Funktionen wie Dashboards, etc. integriert sind.

e-action
Keine klassische Kaufbörse ist e-action. Die Firma aus Oberösterreich kauft Leasingrückläufer bzw. -abbrecher auf, checkt sie durch und stellt sie zum Verkauf. Das hat den Vorteil, dass jedes Rad durch die e-action Werkstatt geht, dort geprüft und dokumentiert wird, denn der Händler muss 1 Jahr Händlergarantie geben, von der man als Kunde profitiert.
Die Auswahl ist recht bunt gemischt, wie das Firmenrad-Potpurri auch. Zu jeder Anzeige gibt’s detaillierte Fotos mit den etwaigen Schäden. Alle Räder kann man vorab besichtigen und in Andorf Probe fahren.

JobRad Loop
Mit JobRad Loop hat sich der Fahrradleasing-Anbieter JobRad seinen eigenen Produktkreislauf gebaut. Fahrräder, die aus dem JobRad-Leasing rausfallen, werden durchgecheckt, aufbereitet und auf JobRad Loop zum Verkauf angeboten. Das hat den Vorteil, dass alle Fahrräder quasi aus dem eigenen Angebot stammen, jedes einzeln refurbished und fotografiert wird.
Das Sortiment ist recht vielfältig mit verschiedensten Marken und übersichtlich aufbereitet. Lediglich die Filter könnten etwas feingetuned werden. Welche Art Schutzbleche (filterbar) ein Fahrrad hat, ist wohl für die meisten weniger entscheidend als der Zustand in dem es sich befindet (nicht filterbar). Ein Jahr Händlergewährleistung ist bei allen Rädern dabei.
MTB-News.de Bikemarkt
Das Forum von MTB-News.de ist die größte Austauschplattform im deutschsprachigen Raum zum Thema Mountainbike. Da hat es sich angeboten eine Gebrauchtmarkt anzuhängen. Der ist groß, aber nicht so riesig wie die Community vermuten lässt. Dafür finden sich herrlich nerdige Angebote, wie vollgepimpte Yetis. Vielleicht sogar noch interessanter als die Komplettbikes: die Komponenten-Kategorie.
Die Sicherheit im MTB-News.de Bikemarkt baut im Wesentlichen auf Vertrauen. Käufer und Verkäufer bewerten sich gegenseitig nachdem das Fahrrad den Besitzer gewechselt hat. Optional kann man sich postalisch verifizieren lassen. Man gibt dazu seine Adressedaten an MTB-News.de, zahlt 5 Euro, erhält kurz darauf einen Brief mit Code, gibt diesen im Bikemarkt ein und erscheint dann als verifizierte*r Benutzer*in. Die postalische Verifikation ist optional. Inserate einstellen funktioniert auch ohne und damit kostenlos.
Radbazar.at
Radbazar.at ist ein Angebot der Mediaprint, zu der auch Kronen Zeitung und Kurier gehören. Man könnte sagen: dementsprechend groß ist das Angebot. Über 8.000 Fahrräder sind aktuell (Anfang Mai 2026) auf der Plattform gelistet, die im Wesentlichen wie eine klassische Gebrauchtwaren-Börse funktioniert. Wie bei anderen auch spiegeln große Händler wie Fitstore24 oder Rebike ihr Sortiment hier wieder. Wählt man rein private Inserate aus, so landet man bei knapp über 800 Anzeigen, also einem Zehntel. Selbst hier ist der Mix an Rädern atemberaubend. Vom alten Stadtrad über den Carbon-Downhiller bis zum schmucken Retro-Rennrad.
Die Beschreibung in den Anzeigen ist den Nutzer*innen überlassen und variiert dementsprechend. Abseits davon hat Radbazar.at einige Sicherheitsmechanismen eingezogen. So müssen sich alle (Ver-)Käufer*innen mit Name und E-Mail registrieren. Verkäufer*innen müssen sich zudem einer Verifizierung über Stripe inkl. Konto- und Identitätsprüfung mit Ausweis unterziehen. Kommt ein Kauf zustande, erfolgt die Transaktion über Stripe mittels Treuhandfunktion. Das Geld wird also erst ausbezahlt, wenn beide Parteien bestätigen, dass alles passt. Der Versand erfolgt versichert per Post. Auf Wunsch schickt Radbazar.at dem/der Verkäufer*in kostenlos einen Versandkarton zu.

Radlmarkt
Noch recht jung ist Radlmarkt und vermutlich deshalb das Angebot (noch) überschaubar. Allerdings sind schon jetzt bei den rund 150 Fahrrad-Inseraten recht spannende Offerte dabei. Ein Amflow mit 45 km/h-Software oder ein richtig altes Canyon. Es besteht auch die Möglichkeit Komponenten und sonstige Fahrradteile zu (ver-)kaufen.
Sicherheiten gibt es außer dem Plattform-eigenen Nachrichtensystem keine. Zur Kaufabwicklung wird eine persönliche Übergabe inkl. Barzahlung oder Überweisung empfohlen.
Rebike
Die Rebike Mobility GmbH ist ebenfalls keine klassische Verkaufsplattform, sondern eigentlich ein Händler, der im größeren Stil gebrauchte Fahrräder (vorrangig Leasingrückläufer) aufkauft, diese durchcheckt, aufbereitet und dann auf seiner Plattform Rebike zum Verkauf anbietet. Nach eigenen Angaben werden so jährlich von 140 Mitarbeiter*innen 20.000 E-Bikes generalüberholt.
Den Aufwand, den Rebike betreibt, der ist schon recht faszinierend. Jedes Fahrrad wird gewaschen, in der Werkstatt überprüft und ggfs. mit neuen Verschleißteilen versehen (also refurbished). Anschließend wird’s im Fotostudio von allen Seiten fotografiert. In jeder Anzeige gibt’s darum die detaillierte Beschreibung vom Fahrrad, wo Mängel bestehen und was getauscht wurde. Als Händler sind 12 Monate Gewährleistung auf gebrauchte Räder Pflicht. Zusätzlich gibt Rebike 2 Jahre Garantie auf Akku und Motor bei E-Bikes. Sollten Probleme auftauchen, dann kann man eine der über 650 Partnerwerkstätten (Bikehändler und Decathlon Stores) ansteuern.

refurbed
Wenn es um aufbereitete Elektronikartikel geht, dann ist refurbed ein bekannter Name. Dass die Wiener Firma auch Fahrräder und E-Bikes auf ihrer Plattform anbietet, ist bisher kaum bekannt. Das System funktioniert bei Sportgeräten gleich wie bei Handys: refurbed bietet „nur“ die Plattform, auf der Händler ihre wiederaufbereiteten Produkte feil bieten können. Bei Fahrrädern ist das Angebot weit gefächert. Von Kinderrädern, die man im Endeffekt direkt von woom kauft, über Fiido-Stadträder von spanischen Händlern bis zum E-MTB vom österreichischen Fitstore24. Zudem spiegelt refurbed offenbar das Sortiment von Rebike auf der eigenen Plattform.
Alle Räder sind so beschrieben, wie man es von Laptops & Co kennt. Teilweise kann man bei Rädern aus verschiedenen Zuständen wählen. Es gibt 30 Tage Rückgabegarantie und 12 Monate Händlergewährleistung.

Velomarkt
Der Name verrät die Herkunft: Velomarkt kommt aus der Schweiz, auch wenn ein .at in der URL steht. Das spiegelt sich auch in den gebotenen Anzeigen wieder. Aktuell (Anfang Mai 2026) sind drei Inserate aus Österreich, der Rest aus der Schweiz. Auffallend: Es stammen alle fast vom gleichen Händler, der Velo Zürich GmbH.
Die Plattform ist übersichtlich aufbereitet und es gibt keine Gebühren – weder beim Inserieren noch beim Verkauf. Dafür sind Käufer und Verkäufer allerdings auch auf sich allein gestellt, was die Kaufabwickklung angeht.

willhaben
Was für die Deutschen eBay Kleinanzeigen ist, das ist in Österreich willhaben (nur halt besser): Der Einser-Gebraucht-Marktplatz. Hier bekommt man alles, vom Polter-Gimmick bis zum gebrauchten Silo. Natürlich auch Fahrräder. Stand Mai 2026 sind’s über 93.941. Das Angebot wird also vermutlich bald sechsstellig. Da ist alles dabei vom BlingBling-Bike bis zum Scheunenfund.
Dank den Filtern kann man aber recht gut aussortieren, um das Suchgebiet überschaubar zu halten. Wer weiß, was er möchte und keinen Stress hat, der legt sich einen Suchagenten an. Als Fahrrad-(Ver-)Käufer*in muss man auf Sicherheiten verzichten. PayLivery steht für die Kategorie „Fahrrad“ nämlich nicht zur Verfügung. Damit auch kein Käuferschutz und kein versicherter Versand (außer man organisiert ihn selbst). Da die allermeisten Anzeigen in Österreich sind, wird man sich in der Praxis aber eh persönlich treffen. Pluspunkt: Keine Gebühren.
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