Enduro Tirol Kronplatz 2025

Michael PfuisiRennen

enduro.tirol hat sich in ihrer diesjährigen Schaffenspause doch noch überreden lassen, ein einzelnes Rennen auszutragen. Mitte September fand am Kronplatz in Südtirol das einzige Event der Serie 2025 statt.


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Nach zwei großen Saisonen 2022 und 2023 hat sich die enduro.tirol Tour eigentlich fest vorgenommen ein Jahr Pause zu machen. Das hat letztes Jahr schon nicht geklappt und es fand doch ein Stopp am Kronplatz statt. Dass es dieses Jahr bei derselben Ankündigung ähnlich kam, ist daher keine große Überraschung. Am 13. und 14. September gastierte die Enduro Serie wieder im Bikepark Kronplatz in Italien.

Rennfahren mit einem solchen Panorama kann man nicht überall.

Nachdem ich 2024 zum allerersten Mal am Kronplatz an den Start ging, was gleichzeitig auch mein erster enduro.tirol Start war, wusste ich, dass auch dieses Jahr wieder dabei sein wollte. Der Bikepark Kornplatz hat genau das, was mir beim Biken am meisten taugt. Lange Strecken, auf denen es nicht aufgrund von Bremswellen g’scheit scheppert, lustige Enduro-Wegerl, auf denen man aber richtig arbeiten muss, damit was weitergeht beim Fahren. Meiner Meinung nach also perfekt für ein Enduro-Rennen. Damit ich das heuer nicht verpasse, hab ich das Ende meines Sommer-Roadtrips so gelegt, dass ich beim Heimfahren von Italien das Event unbedingt noch mitnehmen kann.

Kurz habe ich diese Entscheidung aber ein bisserl bereut, als ich die Wettervorhersage für das Wochenende gesehen habe. Regenerisch und kalt, zumindest wenn man noch das südliche Klima gewohnt ist. Angemeldet war ich aber schon, also reiste ich doch am Freitagabend an. Samstag früh war vom Regen in der Nacht davor am Parkplatz nichts zu bemerken. Auf den Wegerln jedoch schon, das sollte sich aber erst später herausstellen. Also Startnummer holen, Goodie-Bag inspizieren, lauter bekannte Gesichter sehen, Radl ausladen und schon sind wir ins Training gestartet.

Der Herrensteig ist der bekannteste Trail am Kronplatz: lang, anstrengend und es scheppert durchgehen. Foto: Bikeparkpixx

Die Stages waren, wie befürchtet, ordentlich rutschig, das machte sie zwar ein bisserl zacher aber nicht weniger lustig. Über den Tag hinweg trocknete der Kurs nach und nach auf, sodass beim Trainieren der letzten Stage nur mehr die schattigsten Platzerl im Wald feucht waren. Die Vorfreude auf ein trockenes Rennen am Sonntag war groß – dementsprechend groß war auch die Enttäuschung, als das Prasseln auf das Dach vom Bus beim Abendessen nach und nach stärker wurde. Das Geräusch sollte bis zum Einschlafen nicht mehr abklingen.

Sonntag ist Renntag – wie immer. Der Regen war weg, Sonnenstrahlen aber trotzdem weit und breit keine zu sehen. Der Roll-Out um 10:10 Uhr war genau richtig – nicht zu früh, nicht zu spät und so ging das Rennen los. Die ersten zwei Stages waren im Rennen eine Qual. Flach, viele eckige Kurven und durchgehend musste man pumpen oder treten. Die einen nannten es ein gutes Warm-Up, die anderen etwas anderes, anstrengend war es aber so und so. Alles was am Vortag im Training noch flowig und rund war, war im Rennen ein Kampf.

Nach 6 Stages und 5 Stunden im Sattel fuhr ich auf Platz 7 ins Ziel – angesichts der starken Konkurrenz ein top Ergebnis. Foto: Bikeparkpixx

Die restlichen 4 Stages waren deutlich länger als die ersten zwei. Außerdem viel rougher, Stichwort Herrensteig. Das Credo dabei: Laufen lassen und hoffen. Startzeiten gab es beim enduro.tirol keine, das machte die Transfers, die ohnehin sehr gemütlich waren, noch ein bisserl angenehmer, als die letzte Stage aber kam, waren dennoch alle schon ziemlich fertig. Ein langer Tag war’s nämlich auch trotz der vielen Lift-Liaison.

Am Ende des Tages holten sich bei den Herren Lars Pfeifer und bei den Damen Leni Epp den Sieg. Die schnellsten Österreicher:innen waren Viktoria Gratzer als Zweite und Simon Praxmarer auf Platz 5. Ich landete auf dem siebten Platz nach einem richtig lustigen, aber zachen Rennen. Eines war für mich bei der Zieleinfahrt aber wieder fix – nächstes Jahr komm ich wieder!

Ergebnisse Pro Damen

  • 1. Platz: Leni Epp
  • 2. Platz: Viktoria Gratzer
  • 3. Platz: Maria Steiner

Ergebnisse Pro Herren

  • 1. Platz: Lars Pfeifer
  • 2. Platz Frederik Matz
  • 3. Platz: Oskar Flake

Neben den bekannten JuniorInnen- und Elite-Kategorien wird es auch wieder eine adaptive Klasse geben, um das Rennfahren allen MountainbikerInnen zu ermöglichen. Dieses Angebot gab es bereits im Vorjahr und wurde richtig gut angenommen. Die Anmeldung für das Rennen ist bis zum Event hin geöffnet, auch eine Nachnennung vor Ort ist möglich. Wer jetzt aber noch einen Gusto-Macher braucht, kann sich hier den Rennbericht vom Vorjahr durchlesen, bei dem wir am Start waren.

Bei enduro.tirol bemüht man sich, ein möglichst inklusives Rennen zu organisieren. -Foto: Daniel Niederkofler

Übrigens: Ab 2026 plant die Orga-Crew, die hinter enduro.tirol steckt, wieder eine volle Saison auszutragen, die über die Grenzen des Bundeslandes hinausgeht. Mehr Infos dazu gibt es zwar noch nicht, wir werden euch aber auf dem Laufenden halten.

Über den Author

Michael Pfuisi

Noch recht frisch in der Bike-Szene, aber schon vollkommen von diesem Enduro-Virus befallen. Das zeigt seine Trailpartie-Süchtelei inkl. Prolog-Erfolgen. Die Grazer Trails sind sein Heimrevier, das er immer öfter für Stages mit Zeitnehmung verlässt.

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