Der österreichische Fahrradmarkt 2025

Michael PfuisiLesestoff

Über die letzten Jahre hat der Fahrradmarkt in Österreich deutlich geschwankt. 2025 war hingegen wieder stabil.


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2022 war ein absolutes Rekordjahr für den österreichischen Fahrradmarkt. 2023 setzte dann ein Abwärtstrend ein, der auch 2024 anhielt, sich inzwischen aber zu stabilisieren scheint. Zwar sind die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen, jedoch um nur 1,7 %. Dies zeigen die vom VSSÖ (Verband der Sportartikelerzeuger und Sportartikelhändler Österreichs) ermittelten Zahlen.

Insgesamt wurden rund 389.000 Fahrräder im Jahr 2025 verkauft. Wichtig ist dabei, dass sich diese Zahl auf Räder bezieht, die von der Fahrradindustrie an den Sport- und Fahrradfachhandel verkauft wurden – also nicht an EndkonsumentInnen. Eine Besonderheit im Jahr 2024 war jedoch, dass die Lagerbestände bei den meisten Händlern noch bummvoll waren – 2025 haben sie sich bereits stabilisiert. Das ist großteils auf intensive Abverkäufe und Preisreduzierungen im Vorjahr zurückzuführen. Das heißt, es wurden quasi gleich viele Räder gekauft, trotz geringere Lagerstände – die Händler kaufen also vorsichtiger ein.

Der Gesamtumsatz belief sich 2025 auf 1,097 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 3,9 %.Der höhere Umsatz trotz geringerer Verkaufszahlen erklärt sich durch Preissteigerungen in den einzelnen Kategorien. Damit istt 2025 das fünfte Jahr in Folge mit einem Umsatz über einer Milliarde Euro und zugleich das erste seit vier Jahren mit einem Umsatzanstieg.


E-Bikes weiterhin an der Spitze

Der E-Bike Anteil ist in Österreich im direkten Vergleich zu den Nachbarländern auffallend hoch. Satte 57 % aller Fahrräder sind mit Elektroantrieb. Dieser Anteil hat sich nicht verändert und bleibt damit auf einem hohen Niveau. Lässt man Kinder- und Jugendräder aus dieser Berechnung außen vor, sind es sogar 69 % und ein neuer Höchststand. 2023 wurden erstmals mehr Fahrräder mit als ohne E-Antrieb verkauft – dieser Trend setzt sich weiter fort. Verkaufspreise von E-Bikes sind im Schnitt höher. Deshalb sorgen sie für einen größeren Brocken am Umsatz.


Ausreißer

Während sich die Verkaufszahlen von E-MTBs und normalen Mountainbikes (Fullys) kaum veränderten, zeigte sich in einigen anderen Kategorien ein ganz anderes Bild. Den größten Zuwachs verzeichneten Gravelbikes mit +74 %. Dieser Trend macht nicht an den Grenzen halt, sondern lässt sich auch in anderen Ländern wie Deutschland oder der Schweiz beobachten. Gravel scheint ein beliebtes Einstiegssegment zu sein, denn gerade in dieser Zielgruppe wächst das Interesse deutlich.

Eine weitere Kategorie, die 2025 besonders stark zugelegt hat, sind Trekking- und SUV-E-Bikes. Diese steigerten ihre Verkaufszahlen um +18 %. Aber auch in anderen Kategorien gab es eine positive Entwicklung. Auch Rennräder (+17,6 %) und Kinderräder (+9 %) legten deutlich zu.

Den größten Rückgang verzeichneten Mountainbike Hardtails (-36 %), Lite E-MTBs (-67,3 %) und E-Rennräder (-73,5 %). An den rückläufigen Zahlen für E-Lasten- und E-Falträder (-5 % & -25 %) spiegeln sich außerdem die politischen Rahmenbedingungen wider. Ausgelaufene oder reduzierte Förderungen haben in dieser Kategorie zu deutlich geringeren Verkaufszahlen geführt. Bei den nicht-elektrischen Modellen ist dieser Trend mit -27 % bei Lastenrädern und -57 % bei Falträdern noch deutlicher ausgeprägt.


Durchschnittspreis

Nachdem der Durchschnittspreis 2024 erstmals im Vergleich zum Vorjahr auf €2.669 je Rad gesunken war, gab es 2025 wieder einen leichten Anstieg. Der rechnerische Durchschnittspreis von € 2.821 pro Fahrrad ist jedoch wenig aussagekräftig, da es in den jeweiligen Kategorien riesige Unterschiede gibt.Denn während man für ein E-Bike im Schnitt 3.891€ auf den Tisch gelegt hat, waren es bei einem Radl ohne Elektroantrieb nur 1.285€ und bei Kinderrädern 467€.

Vergleicht man das mit den Werten des Vorjahres, wurden E-Bikes leicht teurer, normale Fahrräder und Kinderräder hingegen leicht günstiger.


Und was ist mit den Mountainbikes?

Fest steht: Mountainbiken ist und bleibt ein etablierter Breitensport in Österreich. Das nicht motorisierte Fully bleibt ein kleines, aber sehr konstantes Segment. Der E-Fully-Markt hingegen wächst leicht und bleibt somit ein sehr wichtiger Bestandteil des gesamten Fahrradmarktes.

Über den Author

Michael Pfuisi

Noch recht frisch in der Bike-Szene, aber schon vollkommen von diesem Enduro-Virus befallen. Das zeigt seine Trailpartie-Süchtelei inkl. Prolog-Erfolgen. Die Grazer Trails sind sein Heimrevier, das er immer öfter für Stages mit Zeitnehmung verlässt.

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