Aufgerüstet

Christoph Berger-SchauerMaterial

Fotos: Bosch eBike Systems

Bosch rüstet sein aktuelles E-Bike-System auf. Die Aktion läuft unter dem Namen Performance Upgrade 2.0 und enthält mehrere verschiedene Features.


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Es ist nicht der eine neue Motor oder der revolutionäre Akku, den Bosch vorstellt. Es ist überhaupt nicht ein Ding, sondern viele neue Details, die das aktuelle System verfeinern. Das Allerbeste darn: fast alles bekommt man als bisheriger Bosch E-Bike-Fahrer*in gratis.

Folgendes enthält das Bosch Performance Upgrade 2.0:

  • mehr & einstellbares Drehmoment
  • mehr & einstellbare Unterstützung
  • einstellbarer Extended Boos
  • Drivetrain Tensioner
  • Trick Check Feature
  • Live Data Interface
  • 12A Charger

Das Upgrade auf 120 Nm Drehmoment ist gratis.

Mehr Drehmoment & Unterstützung

Beginnen wir der Reihe nach. Im aktuellen E-Bike-Wettrüsten ist man versucht zu allererst auf die Leistungsdaten zu schauen. Obwohl Bosch ein Verfechter der Selbstregulierung ist, weil man um den Status vom E-Bike als Fahrrad fürchtet, hat man die Performance Line CX und CX-R Motoren aufgepeppt. 120 Nm Drehmoment sind nun das maximale Drehmoment und 600% die maximale Unterstützung. Zweiteres kommt bei bis zu 15 km/h zum Zug – also bei technischen Uphills, wenn man z.B. eine höhere Stufe überwinden möchte. Bosch bleibt der gepredigten Selbstregulierung allerdings treu und verändert den Peak-Watt-Wert von 750 nicht. Generell ist das ganze Upgrade mehr auf Verfeinerung des Fahrgefühls denn brachiale Power ausgelegt. Da passt es dazu, dass sich das smarte System einerseits den Gegebenheiten anpasst, man zudem wie gewohnt die Fahrmodi wählen kann und Unterstützung sowie Drehmoment außerdem per Flow App einstellen kann.

Mehr Drehmoment und Unterstützung gibt’s für alle mit smartem System und Performance Line CX/CX-R Motor seit 4. Mai 2026 gratis als Over-the-Air-Update mittels eBike Flow App.


Extended Boost

Das Feature, wo das Fahrrad weiterschiebt, obwohl man schon zum Kurbeln aufgehört hat, gibt’s schon länger und nennt Bosch Extended Boost (im Trailcenter Wien gibt’s sogar Drops, die eigens für dieses Feature ausgelegt sind). Bisher war der Schub je nach Fahrmodus vorkonfiguriert. Das ist er jetzt auch, mit dem Performance Upgrade 2.0 kann man ihn aber mittels App individualisieren. Die maximale Länge bleibt bei zwei Metern. Am Trail wird die tatsächliche Länge des Extended Boost aus der Kombination Fahrmodus, App-Einstellung und Pedaldruck kalkuliert.

Trifft auf die Modi eMTB, eMTB+ und Race zu und ist ab Mitte 2026 verfügbar.


Drivetrain Tensioner

Auf das Credo Optimierung des Fahrgefühls zahlt das Feature Drivetrain Tensioner ein. Dabei wird der Freilauf von Motor und Hinterrad vorgespannt, um im entscheidenden Moment den Leerweg am Pedal zu reduzieren. Das soll ein Gefühl liefern, als würde das eBike am Pedal kleben. Erreicht wird das durch eine Optimierung der Software.

Der Drivetrain Tensioner ist ab Mitte 2026 über die eBike Flow App erhältlich.


Trick Check sagt: das ist ein Sprung.

Trick Check

Garmin Edge-Nutzer sind schon daran gewöhnt, dass ihnen ihr Gadget zu Sprüngen gratuliert. Bosch schlägt eine ähnliche Richtung ein. Das Feature Trick Check legt dabei weniger Wert auf Beweihräucherung des Fahrers/der Fahrerin, liefert dafür aber mehr Infos. Es erkennt nicht nur Sprünge, sondern auch Wheelies, Manuals und Stoppies. Obendrein misst es Dauer, Höhe, Distanz und/oder Winkel und zeigt diese am Display an. Zieht man beispielsweise einen Wheelie, dann sieht man am Display, dass es wirklich ein Wheelie war, wieviele Meter man ihn gehalten hat, ebenso die Dauer in Sekunden und den Neigungswinkel. Wenn während der Fahrt zu wenig Zeit zum Display schauen ist, der kann im Anschluss eine Tricks in der eBike Flow App anschauen.


Live Data Interface

Bosch hat als weitere Neuerung im Mai 2026 eine Datenschnittstelle geschaffen, mit der man Geräte und Apps von Drittanbietern mit dem smarten System von Bosch verbinden kann. So soll der GPS-Computer ab sofort mit dem E-Bike kommunizieren. Die erste Verbindung von Garmin Edge und Bosch E-Bike ist aktuell über das Garmin Public Beta-Programm verfügbar und wird in Kürze ausgerollt. Das könnte recht praktisch beim Anzeigen von z.B. Wattwerten sein, die man auf’s Pedal gebracht hat. In Zukunft sind weitere Integrationen angedacht, z.B. mit Smartwatches, Helmen mit Bremslicht oder intelligenten Brillen.


In Zukunft sieht man, wie lang man sich mit dem Kaffee Zeit lassen kann, bis der Akku geladen ist.

12A Charger

Bisher nutzte man als Bosch E-Biker einen 4A Charger. Ergo ist der neue 12A Charger dreimal schneller als der bisherige. Der größte Akku, die PowerTube 800, lässt sich damit von 0 auf 50% in rund einer Stunde laden. Den Charger hätten wir beim E-Bike Everesting am kürzesten Tages des Jahres gut gebrauchen können. Er ist mit unter einem Kilogramm recht leicht und außerdem kompakt gestaltet, sodass man ihn leicht mitnehmen kann. Mit dem neuen Charger kommt auch, dass man das Ladetempo selbst bestimmen kann und die Zeit, wann der Akku voll geladen sein wird, am Display angezeigt wird.

Der 12A Charger ist mit allen Bosch-Akkus im smarten System kompatibel und ab Ende 2026 erhältlich.


Erste Eindrücke

Unser Redakteur Eric Bürgler war Ende April am Gardasee, wo das Bosch Performance Upgrade 2.0 vorgestellt wurde. Das sind seine ersten Eindrücke:

Egal ob Höhenmessung beim Bunny Hop, Winkelmessung beim Stoppie oder Empfehlungen zum Schalten – Bosch Performance Line CX macht das alles möglich. Auf viele dieser Dinge bin ich erst gekommen, als ich selbst damit gefahren bin. Davor hatte ich kaum eine Ahnung, was ein E-Bike wirklich alles kann.

Als ich dann auch noch das Performance Upgrade 2.0 erklärt bekommen habe, war es wie eine neue Welt: 600 % Unterstützung, 120 Nm Drehmoment. Da fragt man sich schon, was man überhaupt noch selbst machen soll.
Lenken und Bremsen – das wäre gut.

Ich durfte direkt Rennerfahrung sammeln [Anm.: bei der Bosch eBike Challenge] und war anfangs maximal überfordert. Nach Stage 2 und einem guten Tipp von Flo Tischart ging es dann einigermaßen.

Beim Start unten weg habe ich natürlich gleich den Turbo-Modus getestet – kannte ich ja noch nicht. Und wow… so schnell den Berg hochzufahren, ist schon ein Erlebnis. Irgendwann wurde ich dann darauf hingewiesen, etwas Akku zu sparen, um den Rest auch noch zu schaffen. Also gut – ab dann nur noch MTB-Modus und auf den Stages mit viel Uphill auch MTB+.

Die Akkulaufzeit möchte ich aber besonders hervorheben:
Bosch gibt zwar an, dass sie durch die höhere Leistung etwas geringer ist als beim alten System, aber ich hatte nach 7 Stunden immer noch 25 % Akku – und ich habe definitiv nicht gespart.

Ich denke, das ganze Potenzial habe ich bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Allein was in Kombination mit der Bosch eBike Flow App noch möglich gewesen wäre, hätte einen eigenen Tag verdient.

Mein Fazit:
Irgendwie brauche ich wohl doch noch mal ein E-Bike.


Als Disclaimer sei gesagt: Es kann sein, dass nicht alle Features überall freigeschaltet werden können. Das liegt an den vielen verschiedenen Produkten, in denen das Bosch E-Bike System zum Einsatz kommt. Beispielsweise können Fahrradhersteller das maximale Drehmoment begrenzen. Grundsätzliche Voraussetzung für alles oben genannte, ist jedoch, dass man mit dem smarten System von Bosch unterwegs ist. Wie man das überprüfen kann, liest du auf dieser Seite.

Über den Author

Christoph Berger-Schauer

Dicke Schlappen, schmale Reifen, bergauf, bergab – ist für alles zu begeistern, nur flach darf es nicht sein. Unbekehrbarer Fahrrad-Afficionado, seit einiger Zeit vom Enduro-Virus befallen. Schreibt nieder, was andere nicht in Worte fassen können.

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