Fotos: Friedrich Simon Kugi
Nico Ofner ist nicht nur schnell am Radl, sondern auch einer der ganz großen Tüftler. Für 2026 hat er sich ein besonderes Frameworks hergerichtet.
Werbung
Der Gesamtsieger der auner Austrian Gravity Series 2025 ist ein begnadeter „Tinkerer“, wenn es um seine Fahrräder geht. Wenn man bei einem Downhill-Rennen am Streckenrand steht, kann man sich sicher sein, dass man den Nico Ofner nicht hören wird. Wurscht was für ein Bike er fährt, es ist das leiseste im Feld. Das war schon vor 5+ Jahren so, als geräuscharme Downhill-Bikes noch nicht die Regel waren.
Für die heurige Saison hat sich Nico ein ganz spezielles Radl geholt: ein Frameworks DH, quasi eine Replika vom Weltcup-Team.
Basis Frameworks DH, MJ 2024, Gr. Medium
Gabel Fox 40, Grip X2, limited Edition in Gold, 52mm Offset, Fluid Focus Dämpfungskolben
Dämpfer Fox Float X2 mit Frameworks Tune, straffes Compression Setting, sehr schneller Rebound
Laufräder Enve Dark6 Prototyp Carbon für trockene Bedingungen; DT Swiss Alu (350 Naben, Sapim D-light Speichen, FR541 Felgen) für nasse Bedingungen
Reifen Maxxis Reifen, DH Casing, Maxxgrip; Druck: 1,6 bar vorne, 1,9 bar hinten (1,5/1,8 wenn nass)
Bremsen Hayes Dominion A4, Galfer Shark Bremsscheiben (203x2mm vorne, 223x2mm hinten), Sinter Race Beläge (grün)
Antrieb Sram X01 DH
Kurbel 5Dev, 160mm Länge, 5Dev Titan-Kettenblatt 36T
Lenker Spank Spike Vibrocore, 770mm breit, 20mm Rise, 35mm Klemmung
Vorbau Spank 40mm
Griffe Odi Ruffian XL
Sattel Spank x Frameworks
Pedale HT X3
Gewicht Mit Rimpact Tuned Mass Damper im Steuerrohr und 950g Blei am Unterrohr ca. 19,75 kg
Modifkationen +9mm Steuersatz, OChain 12°
Es ist sogar etwas mehr als eine Replika. Denn das Radl stammt wirklich von Neko Mullalys Weltcup Downhill-Team. Bei einer Charity wurde das Bike für 20 Dollar je Ticket verlost und ein Wiener war der glückliche Gewinner. Nach ein paar Mal fahren stellte er es auf willhaben. Einige Monate stand es dort („weil für ein gebrauchtes Radl relativ teuer“), bis Nico eine Testfahrt in Maribor vereinbarte. Die war gelungen und für den Kärntner Downhiller klar: Radl kenn ich und ist gut – das ist die sicherste Partie. Und so kaufte er ein gebrauchtes Radl anstatt den Rahmendeal mit einem anderen Hersteller einzugehen.
Ein gebrauchtes Radl ist jetzt nicht unbedingt das, was man mit dem Nico Ofner verbinden würde. Der Rahmen war zwar halbwegs neu, die restlichen Teile aber vom Weltcup-Team zusammengestoppelte gebrauchte Parts. Rund einen Tausender später, stand es aber sehr passabel da. Fast ausschließlich aufgebaut mit Teilen, die das Weltcup-Team in der Saison verwendet hat.
„Wenn man schon so ein Weltcup-Radl hat, dann wollte ich nicht irgendein anderes Teil fahren als das Weltcup-Team in dem Jahr gefahren ist.“



Dass Framworks ein sehr flottes Downhill-Radl hat, sieht man an den Siegen von Asa Vermette und Anna Newkirk. Aber wie fährt es sich eigentlich? Völlig normal und sehr vorhersehbar, meint Nico. „Es ist ein ganz simples Radl – es kann nichts extrem gut, nichts schlecht.“ Für seinen Fahrstil, meint er, ist es eine Verbesserung zu seinem Trek Session vom Vorjahr.
„Es ist einfach völlig normal.“
Intressant wird’s allerdings beim Setup. Nico fährt das Radl sehr weich, aber mit sehr harter Compression und extrem schnellen Rebound. Laut dem Fuchs aus St. Veit ist es eines der straffsten Compression und das schnellste Rebound Setting, das Fox überhaupt anbietet. Das macht’s zu fahren wieder nicht ganz so leicht. Ist das Gewicht zu weit hinten oder das Setting zu hart, fliegt man prompt über den Lenker. Macht man alles richtig, ist es allerdings schnell.



Dieses eigenwillige Setting kommt nicht von ungefähr, sondern von Frameworks Racing. Bei einem Bike Check von Neko Mulally hat Nico anständing reingezoomt, die Seriennummer vom Dämpfer abgelesen, bei RideFox eingegeben und – voilà – hatte er das Dämpfungssetting vom Weltcup-Team, das er einbaute und das auch funktionierte. Aktuell folgen kleinere Anpassungen. Zur Downhill ÖM hat die Richtung nicht ganz gestimmt, in Lienz hat’s offenbar besser gepasst (Nico gewann das aAGS-Rennen mit Tagesbestzeit).

Frag man den Nico, was er am Radl so verändert hat, dann sagt er „eigentlich gar nicht so viel“, bevor er mit einer Liste aus dem Kopf weg loslegt:
- die Speichenspannung leicht weniger als normal (eine viertel bis eine halbe Umdrehung weniger)
- ein Massedämpfer von Rimpact im Steuerrohr
- eine Dämfpungskartusche (anderer Kolben) von Fluid Focus
- 950g Blei am Unterrohr
- 100g Blei hinterm Steuerrohr (soll theoretisch gegen die Gabel halten – eine spontane Idee vor der ÖM)
- ein paar Keramiklager und Titanbolzen (tlw. vom Weltcup-Team)
- hinten größere Bremsscheiben (223 vs 200mm vorne), weil nach einem Run immer die hintere heißer war und deshalb eine große vorne nur die potenzielle Gefahr des Blockierens bringt
Der 9mm Reach Adjust war schon vom Weltcup-Team drinnen, meint Nico.

Heuer wird er voraussichtlich das Frameworks DH noch bei den iXS European Downhill Cups in Szczyrk und in Maribor ausführen, auch bei der auner Austrian Gravity Series am Semmering und – falls wegen der Gesamtwertung notwendig – Anfang Oktober in Leogang. Und irgendwann wär eine ÖM-Medaille fällig, hofft er. Ob auf dem Frameworks oder einem anderen Radl, werden wir sehen.

Artikel teilen





