Fotos: ABUS
Targon ist der erste Helm von ABUS, der aus der eigenen italienischen Produktion stammt.
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Und eigentlich sind’s zwei Helme in einem. Ja, mit abnehmbarem Kinnbügel. Nein, die Zeiten des Style-Fauxpas mit Convertibels sind gegessen. Der Targon schaut zucker aus.




Entscheidet man sich für den Targon, kriegt man also einen Fullface- und einen Halbschalenhelm. Also einmal Bikepark und einmal Tour. Was bei einem Bike mit Kompromissen einhergeht, will das deutsche Familienunternehmen kompromisslos hinbekommen haben.




Und danach schaut’s wirklich aus. Vor allem beim Sitz am Kopf – unbestreitbar das wichtigste Feature eines Helms – lässt sich ABUS nicht lumpen. Ein umfassender Plastikring umarmt den Kopf. Der Ring kann in der Höhe verstellt und mittels Zoom Rapid Fit System (aka Drehrad) an den eigenen Blutzer angepasst werden. Ein kurzer Druck auf’s Drehrad genügt und der Ring entlässt den Schädel aus der Umarmung. Eine weitere Anpassung ermöglichen die Vario Pads im Kinnbügel. Sie lassen sich in drei Positionen verstellen. Erhätlich ist der Targon in drei Größen: Small (51-55cm), Medium (55-58cm) und L (57-61cm) und sollte damit wirklich auf jedes Haupt passen.


Sicher ist sicher
Schlösser, Rauchwarnmelder, Alarmanlagen, Zutrittskontrollsystem – ABUS ist ein Sicherheitsunternehmen. Da lässt man sich bei Helmen natürlich nicht lumpen. Der Targon erfüllt die europäische Fahrradnorm EN 1078 – auch die CPSC-Norm für Kanada und die USA – und obendrein noch die zusätzliche Prüfung für Downhill-Helme (ASTM F1952-22). Einen zusätzlichen Layer Sicherheit gibt’s in der MIPS-Variante mit den integrieren MIPS Air Node Pro Polstern.
Ein lässiges Feature – sowohl in der Halbschalen- als auch Fullface-Version – ist das Visier, dass sich im Fall des Falles verabschiedet. Dort hat ABUS g’scheiter Weise eine Kamera-/Licht-Halterung vorgesehen. Das Argument „Verletzungsrisiko von Helmkameras“ im Downhill-Sport dürfte damit obsolet sein.
Überlegt
Es ist ein herrliches Gefühl, wenn man merkt, dass sich jemand bei einem Produkt was gedacht hat. Am Targon besonders praktisch ist das Speed Latch System. Damit ist es wirklich einfach denn Kinnbügel zu (de-)montieren. Einmal mit dem Zeigefinger die Lasche anheben und der Bügel löst sich. Geht easy und macht einen robusten Eindruck.

Apropos praktisch. Der Fidlock-Magentverschluss fällt uns dazu beim ABUS Targon ein. Den kriegt man selbst mit Handschuhen ohne langer Fudlerei zu. Außerdem: die großzügige Belüftung. So großzügig, dass man sich fast fragt, warum ABUS den Kinnbügel überhaupt zum Abnehmen gebaut hat.
Leichtgewicht
Überzeugend, neben Style, Funktionalität und Features ist das Gewicht. Gerade mal 950 Gramm wiegt der Helm in der Fullface-Variante in Small. In Large sind’s 1.020 Gramm. Da ist man schon auf der leichteren Seite in diesem Segment. Ohne Kinnbügel wiegt der Targon 490g (Small).
Seit 2016 kamen High-end Rennrad- und Gravel-Helme aus der eigenen italienischen Produktion. Der Targon ist nun der erste Mountainbike-Helm von ABUS, der grün-weiß-rot und das Siegel „Made in Italy“ trägt. Produziert wird rund eine Stunde von Venedig entfernt.
Die ersten Eindrücke aus Italien
Eric Bürgler ist für das LINES gerade am Gardasee und schickt die ersten Eindrücke vom ABUS Targon Launch, dem neuen Helm und der Produktion:
„Hey, alles fit bei dir? Willst du zum Gardasee fahren?“
Die Nachricht kam von Christoph vom LINES.
Kurz darauf die Info: Bike Festival, zwei Presse-Events – erst ABUS, dann Bosch.
Meine Antwort war klar.
Zwei Wochen später stehe ich nach fünf Stunden Fahrt am Gardasee. Regen, Sonne, alles dabei. Und wie so oft: Du kommst an und bist direkt drin.
Vor Ort viele neue Gesichter und trotzdem war gleich klar: das passt. Das ABUS-Team, der Veranstalter, alle entspannt, offen. Man ist sofort im Gespräch.
Mit dabei auch Christian Textor – gerade in den Ruhestand gegangen ;)) Texi ist einer der stärksten deutschsprachigen Enduro-Fahrer und International war er immer vorne dabei. Mit viel Worldcup-Erfahrung war er tief im Projekt mit eingebaut. Kein klassischer Gast, eher Teil des Ganzen.
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Lange ging’s nicht, dann wurden die Bikes geladen und wir sind hoch auf den Berg.
Oben eine eigene Location – fast wie eine kleine Ranch. Viel Platz, Blick über den See, ein großer Tisch, an dem alle zusammen sitzen. Essen, das nicht nach „Event“ schmeckt, sondern nach Gedanken dahinter.
Und dann ging’s los.
Ein Helm.
Genauer: ein Hybridhelm.
Halbschale plus Kinnbügel → Fullface.
Nichts komplett Neues.
Und genau deshalb war ich erstmal skeptisch. Diese Systeme gibt’s schon länger – und oft haben sie ihre Schwächen. Optik so lala, Handling kompliziert, irgendwo hakt’s immer.
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Die Präsentation hat das ziemlich schnell gedreht.
Was auffällt: Da steht kein Produkt im Raum, sondern ein Team, das wirklich dahintersteht. Jeder, der daran gearbeitet hat, hat was dazu zu sagen – und vor allem: wirkt überzeugt.
Und das überträgt sich.
Der Helm selbst bringt viele kleine Dinge zusammen, die am Ende den Unterschied machen:
* Brillen-Storage direkt am Helm
* integrierte GoPro-Halterung im Schild
* Verstellsystem zentral hinten am Helm, nicht unten im Nacken
* Kinnbügel schnell dran, schnell weg – auch während der Fahrt machbar, wenn man’s kann
* anpassbare Polster im Kieferbereich
Alles für sich nichts Revolutionäres – aber in Summe einfach durchdacht.
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Dann raus auf den Trail.
Mit geliehenen E-Bikes hoch, gemeinsam runter.
Und da passiert das Entscheidende:
Irgendwann ist es einfach nur noch ein Helm.
Du denkst nicht mehr drüber nach.
Er sitzt, drückt nicht, gibt dir Sicherheit, ohne dass du dich eingeengt fühlst.
Wir haben alles probiert – Kinnbügel rauf, runter, irgendwo verstaut. In der Hose, am Bike, um den Hals. Es funktioniert. Ohne großes Nachdenken.
Und genau das ist das, was diese Art von Helm können muss.
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Am nächsten Tag ging’s in die Produktion.
Der Helm wird in Italien gefertigt – und das merkt man auch. Viele Schritte sind Handarbeit, viele Hände sind beteiligt. Kein schneller Durchlauf, sondern eher das Gefühl: Hier wird wirklich gebaut.
Und auch da wieder das Gleiche wie am Vortag:
Die Leute wissen, was sie tun. Und sie machen es gern.
Zum Schluss noch ein Blick auf die neue Produktionsstätte, die gerade entsteht – Fertigstellung voraussichtlich nächstes Jahr.
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Fazit
Zwei Tage ABUS.
Kein Produkt, das alles neu erfindet.
Aber eines, das ein bekanntes System richtig gut weiterdenkt.
Und vor allem: ein Projekt, hinter dem ein Team steht, das daran glaubt.
Und das merkst du.
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