Fotos: 14lakes GmbH
14lakes ist eine neue Kettenöl-Marke. Beim Neuling aus dem Salzkammergut geht es aber um mehr als nur frisch-gelabelten Schmierstoff.
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Schon wieder eine neue Kettenschmier‘?! Da haben wir uns gedacht – und vermutlich viele andere auch. Kettenöle gibt’s nicht gerade zu wenige am Markt – braucht’s da ein neues? Bohrt man bei 14lakes allerdings etwas tiefer, dann zeigt sich, dass es sich nicht einfach um das x-te Ölflascherl, sondern eine valide Story dahintersteckt.
Der Schuster mit den schleißigsten Leisten
Lukas Schulz hat sein ganzes Arbeitsleben dem Bereich Schmiersystemen gewidmet. Mit 14 Jahren hat er als HTL-Schüler schon „Ferialpraktikum“ in der Firma seines Vaters gemacht, der LUBAC Schmierstysteme GmbH. Nach weiteren Stationen in der gleichen Branche kehrte er 2009 zur LUBAC zurück und wurde später Geschäftsführer. 2023 fand Lukas seinen Ausgleich im Sport, zerstörte sich aber nach nur zwei Monaten das Knie. Im Frage-Antwort-Spiel mit den Ärzten was zukünftig möglich sei, einigten sie sich auf Rennradfahren. Dort kippte Lukas flott rein. Und ehe er sich versah, hielt er am Attersee, weil etwas an seinem Rad ziemlich laut war: die Kette.
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Der Geschäftsführer der LUBAC Schmiersysteme GmbH fährt mit trockener Kette am Rennrad umeinander. „Der Schuster hat die schleißigsten Leisten“, fasst Lukas die etwas peinliche Situation zusammen. Warum war es überhaupt soweit gekommen? Weil Kettenschmieren mit Spray eine Sauerei ist (und wegen der Aerosole, die man einatmen kann, in einem industriellen Umfeld gar nicht mehr erlaubt ist, wie Lukas anmerkt) und man mit Fläschchen leicht überschmiert – und dann erst wieder eine Sauerei hat. Lukas‘ Konsequenz aus dieser Anekdote: Kettenschmieren muss einfacher werden.
„Es steckt mehr Know-how drinnen, als man denkt“
Mit dem Ziel klar gesetzt, machte sich Lukas an den Bau eines Prototypen. Erster Einsatz: Eine Rennradfahrt in Badehose von Bad Ischl bis zum Meer. Lukas hat’s geschafft. Der Prototyp nur in Einzelteilen. Zurück im Salzkammergut fragt sich der Schmieranlagenbauer: Wie gehen wir das an, wenn ein Produkt rauskommen soll, das wie ein gutes Werkzeug ist?
Jetzt muss man wissen, dass die LUBAC Schmiersysteme GmbH ein Applikationsspezialist ist und keine Schmierstoffe herstellt. Zur LUBAC kommen Industrieunternehmen mit der Aufgabe: Haltet meine Anlage geschmiert. Branchenübergreifend. Von groben Unternehmungen wie Stahl-/Stein-/Erde-Industrie über feine Maschinen bis hin zu Spezialanforderungen wie Bäckereibetriebe, wo die Schmierung bei konstant Temperaturen funktionieren muss. Als Applikationsspezialist ist man obendrein keinem Schmierstoffhersteller verpflichtet, sondern kann aus der vollen Palette am Markt wählen und Rosinenpickerei betreiben. Schmier-Know-how ist also reichlich vorhanden.

Lukas ging die Fahrradketten-Schmierung an, wie beim Sondermaschinenbau. Als wäre seine Berufserfahrung nicht genug, konnte er auf den Expertensupport von 20 Leuten zurückgreifen. In dem kleinen 37ml-Fläschchen mit dem großen Kopf steckt „mehr Know-how drinnen, als man denkt“, zeigt sich Lukas noch immer selber ein bisserl überrascht, wieviel Tüftelei es für die ordentliche Aufbringung von Kettenöl brauchte.

Also, was ist so besonders am 14lakes Kettenschmierstift? Herzstück ist der Kopf, der Applikator. Industriestandard, versteht sich. Er ist robust konstruiert und darauf ausgelegt, dass er lange hält. Er zieht leichten Dreck von der Kette ab und trägt das Öl so dosiert auf, dass nichts tropft. Apropos tropfen: Der ganze Schmierstift besitzt nur offene Bohrungen, kommt ohne Ventile aus, und rinnt trotzdem nicht aus. Als Schmiermittel kommt ein Premiumkettenöl zum Einsatz, das in ähnlicher Variante in der Industrie 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr läuft. Mit einem Temperaturbereich von -25°C bis +80°C sollte man damit vom schneefräsn bis zur Wüstendurchquerung bestens gerüstet sein. Alle Materialien kommen aus Österreich, einzig Kunststoffflasche und Etikett stammen aus Deutschland.

Der Name 14lakes ist übrigens eine Hommage an die 14 Seen, die den innersten Kreis des Salzkammergutes begrenzen.
Fertig zur Trophy
Wenn man im Salzkammergut wohnt, dann gibt’s einen Mountainbike-Höhepunkt im Jahr: die Salzkammergut Trophy. Dort 14lakes der Öffentlichkeit zu präsentieren, das war das ganz große Ziel. Mit vielen Nachtschichten und Blutschwitzerei hat’s geklappt. Für beides wurden Lukas und sein Team mit überraschend positiver Resonanz der Standbesucher belohnt. Als ein Finisher der 200-Kilometer-Distanz direkt nach dem Zieleinlauf zu Lukas kam und sich bei ihm bedankte, dass Kettenschmierung nun so funktioniert, wie sie funktionieren soll, war klar: 14lakes ist am richtigen Weg.

Seit Anfang Juli 2025 sind die Schmierstifte von 14lakes erhältlich, ein Onlineshop ist gelauncht, Fachhändler werden laufend akquiriert. Der angesprochene Kettenschmierstift kommt im 37ml-Fläschchen mit Applikator, bei dem das Öl für „locker rund 12.000 km“ reichen soll (bei Schmierung alle 150-200km). Das Kettenöl gibt’s als Refill (nur Fläschchen ohne Applikator) bzw. als Refill + Renew Paket (Öl + Ersatzschaumstoff), falls der PU-Schaum am Applikator verschlissen ist.
Mit dem 14lakes Kettenschmierstift funktioniert die Kettenschmierung jetzt genau so, wie sich Lukas das vorgestellt hat: Kappe runter, Appliaktor auf die Innenseite der Kette drücken und die Pedale rotieren, Kappe wieder drauf, fertig. Ohne Patzerei, ohne Sprühnebel. „Weitertüfteln werden wir trotzdem“, schmunzelt Lukas.
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